Lehrer mussten bei Rotenburger Abistreich ins „Schlachthaus"

Rotenburg. 63 Schüler der Jakob-Grimm-Schule „machen sich vom Acker" und feiern das Ende ihrer Schulzeit

Traktoren auf dem Schulhof, die Schüler als Farmer verkleidet, mit Strohhüten, Gummistiefeln und einheitlich bedruckten grünen Shirts, die Lehrer als Kühe kostümiert und eingepfercht in einem eingezäunten Bereich, vor dem ein Schild mit der Aufschrift „Slaughter House“, also Schlachthaus, prangt, dieses irrwitzige Szenario kann nur eines bedeuten: Abistreich!

Und genau dieser fand am Donnerstag bei trockenem Wetter auf dem Schulhof der Jakob-Grimm-Schule (JGS) in Rotenburg statt.

Pünktlich zur zweiten Stunde wich der geregelte Schulbetrieb unter dem Kommando der 63 Abiturienten einer traditionsreichen und gepflegten Anarchie. Die gesamte Schülerschaft nahm auf Bierbänken Platz, um das nun folgende Spektakel auf dem Schulhof zu verfolgen. Eingerahmt von zwei Traktoren hatten die Absolventen eine passend zu ihrem Motto „KohlrABI - Wir machen uns vom Acker“ gestaltete Bühne errichtet. Im Hintergrund ein Transparent, das die Zeichnung eines idyllischen Landpanoramas zeigt. Davor eine Vogelscheuche, kleine Bagger und andere Landwirtschaftsrequisiten. In der Mitte, eine große freie Fläche. Hier sollten die insgesamt 16 Spiele stattfinden, die in den folgenden Stunden als Wettbewerb zwischen den Lehrern und den Schülern ausgetragen wurden.

Von Sackhüpfen, über Bierkrug stemmen, Teebeutelweitwurf, Eierlauf und Gummistiefelweitschießen, bis hin zu einem Geschicklichkeitsspiel, bei dem ein an einem Seil am Rücken befestigter Tampon in eine offene Flasche maneuvriert werden musste, duellierten sich die Schüler mit ihren Lehrern. Alles selbstverständlich mit einer großen Portion Humor.

Doch selbst bei allem Slapstick und egal, ob gewollt oder nicht, aus der eingezäunten engen Zone am Rande des Pausenhofs, in dem die Lehrer mit ihren Kuhkostümen saßen, konnte man durchaus eine Kritik an Massentierhaltung herauslesen.

Im Vordergrund stand aber selbstverständlich die ausgelassene Stimmung und das Feiern der bestandenen Prüfungen. Beinahe ein Drittel der JGS-Abiturienten durfte sich in diesem Jahr über eine Note mit einer Eins vor dem Komma freuen.

Das Organisationsteam des Abistreichs kann auf einen gelungenen Tag zurückblicken. Das findet auch Physik-Leistungskurslehrer Marc Heinzerling, der selbst als Schüler an der JGS war und nun bereits seinen zehnten Abistreich als Lehrer erlebt: „Das ist einer von den Guten. Sehr schön und gut organisiert.“

Lehrer mussten bei Rotenburger Abistreich ins „"Schlachthaus"

In diese Organisation ist vor allem viel Zeit des sechsköpfigen Teams geflossen, dass diesen Tag vorbereitet hat. Abiturientin Alina Wenzel erzählt, dass man seit der Weihnachtszeit geplant habe und durch eigens organisierte Veranstaltungen knapp 1000 Euro eingenommen habe, um den Abistreich zu finanzieren.

Sie und ihre Mitschüler können nun die Freiheit nach der Schulzeit genießen. Am 23. Juni findet in der Göbel Hotels Arena die feierliche Zeugnisübergabe statt. Zwei Tage später ist am gleichen Ort Abiball. Und dann ist die Schule wirklich vorbei.

Quelle: HNA

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