Leguan in Nöten - ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr

Richelsdorf. Zu einem ungewöhnlichen Einsatz wurde die Feuerwehr in Richelsdorf am Samstag gerufen: Nachbarn hörten gegen 13.30 Uhr aus einem Haus an der Alten Straße die Warnsignale eines Rauchmelders und entdeckten, dass aus einem Fenster Rauch aufstieg. Sie schlugen sofort Alarm.

Kurze Zeit später trafen 34 Feuerwehrleute aus Richelsdorf und Obersuhl ein. Sie erkundeten mit Atemschutzmasken das Haus und suchten nach der Ursache für den Rauch, berichtete Gemeindebrandinspektor Patrick Kniest am Sonntag auf Anfrage.

Die Feuerwehrleute entdeckten im Obergeschoss ein Zimmer, das komplett verraucht war. Zu sehen war dort zunächst so gut wie nichts. Wie sich dann herausstellte, besteht ein Teil des Zimmers aus einem begehbaren Terrarium, das mit Glasscheiben abgetrennt ist.

Ein technischer Defekt an einer Wärmelampe hatte den Schwelbrand an Streu und Bäumen in dem Terrarium ausgelöst, berichtete Kniest. Durch den Schwelbrand kam es zu der enormen Rauchentwicklung. Mit einem Kleinlöschgerät hatte die Feuerwehr den Brand schnell im Griff und verhinderte damit Schlimmeres.

„Ein Glück war, dass der Rauch von den Nachbarn so schnell entdeckt worden ist“, betonte der Gemeindebrandinspektor. „Sonst wäre es sicher zu einem Dachstuhlbrand gekommen.“

Bewohner nicht zu Hause

Bei der Erkundung des Raumes hatte die Feuerwehr auch eine Wärmebildkamera im Einsatz. Sie befürchtete, dass in dem völlig verrauchten Raum möglicherweise noch Menschen liegen könnten. Wie sich herausstellte, waren die Bewohner zu diesem Zeitpunkt aber nicht zu Hause.

Bei ihrem Einsatz mit der Wärmebildkamera entdeckten die Feuerwehrleute ein Tier, das sie aufgrund der Sichtverhältnisse aber zunächst nicht identifizieren konnten. „Unsere erste Befürchtung war, dass es sich um eine Schlange handelt“, berichtete Kniest.

Experte kam mit Blaulicht

Deshalb wurde ein Reptilienexperte aus Sontra angefordert. Mit Blaulicht brachte die Polizei den Experten der Auffangstation zum Einsatzort.

„Kurz bevor er kam, konnten wir dann sehen, dass es sich um einen Leguan handelt“, berichtete Kniest. Da es aber auch giftige Leguane gebe, sei es gut, dass der Spezialist vor Ort gewesen sei. In diesem Fall stellte sich heraus, dass es sich um ein nicht giftiges Exemplar handelte.

Mittlerweile war auch der Besitzer des Leguans von der Arbeit nach Hause zurückgekommen. In Absprache mit ihm nahm der Experte das Tier vorsichtshalber zur Beobachtung mit, berichtete die Polizei. Offensichtlich hatte der Leguan das ganze Spektakel aber ohne Schaden überstanden.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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