Diskussionsveranstaltung des DGB-Kreisverbandes im Rotenburger Bürgersaal

Diskutierten: Unser Bild zeigt von links SPD-Landtagsabgeordneter Dieter Franz, Stadtrat Dieter Stricker, Wohnstadt-Geschäftsführer Dirk Schumacher, DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schüller, Wohnstadt-Serviceleiter Ulrich Türk und GWH-Betriebsrat Hartmut Hoffmann. Foto: Apel

ROTENBURG. Steht in Rotenburg ausreichend Wohnraum zur Verfügung? Wie geht es mit dem sozialen Wohnungsbau weiter? Sind die Mieter der Wohnstadt dem Profitinteresse ihrer Wohnungsbaugesellschaft und den Verkaufsgelüsten des maßgeblich an ihr beteiligten Landes ausgeliefert?

Um diese Fragen und ganz persönliche Nöte ging es bei einer Diskussionsveranstaltung, zu der der DGB-Kreisverband in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen hatte.

Zurzeit muss kein Hesse vor einem Verkauf der Landesanteile Angst haben, unterstrich DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schüller. Er brachte die entsprechende Entscheidung der Landesregierung mit Wahlterminen in Verbindung und forderte – unterstützt vom SPD-Landtagsabgeordneten Dieter Franz – klare Perspektiven: „Wohnungsbau ist unverzichtbare Daseinsvorsorge!“

Entwarnung für Rotenburg

Auf Rotenburg bezogen konnten Wohnstadt-Serviceleiter Ulrich Türk und Wohnstadt-Geschäftsführer Dirk Schumacher Entwarnung geben. Von den hier vorhandenen 460 Wohnungen, für die ein rund 15 Prozent unter dem allgemeinen Marktniveau liegender Mietzins verlangt werde, stünden 45 leer. Das sei eine hohe Leerstandsquote. Darüber hinaus sei es aber so, dass rund zwei Drittel des Bestandes komplett modernisiert seien: „Damit liegen wir weit über dem Unternehmensdurchschnitt“, erklärten die Wohnstadt-Sprecher.

Fragen nach Hexenlinde

Trotzdem scheinen insbesondere junge, einkommensschwache Familien nicht zur richtigen Wohnung finden zu können. So beklagte Angela Pooch, die im Rotenburger Rathaus Wohnberechtigungsscheine verteilt und bei der Wohnraumsuche nach Kräften Unterstützung leistet, dass immer wieder Interesse bekundet werde für die 18 Wohnungen in den teilweise seit 2007 komplett leerstehenden Häusern Hexenlinde 11, 13 und 15 – und dass dennoch nichts geschehe. Das bemängelte auch Stadtrat Dieter Stricker, der darauf verwies, dass die Fuldastadt seit 1985 insgesamt 4,07 Millionen Euro Zinsen berappt habe, um den sozialen Wohnungsbau zu unterstützen, und dass für das laufende Jahr 155 000 Euro zu zahlen seien.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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