Rotenburger Präventionsrat plant Aktionstag für Alt und Jung – ohne Alkohol

Lebenslust mit viel Saft

Rotenburg. Menschen treffen, gemeinsam spielen, Neues erfahren, Spaß haben – das alles soll ein Familientag im nächsten Frühjahr in Rotenburg bringen. Das Besondere dabei: Alkohol wird es nicht geben. Darauf einigte sich der Präventionsrat der Stadt in seiner Gesprächsrunde am Mittwoch.

Auf der Tagesordnung stand eigentlich nur „Brain-storming zum Thema Alkohol“. Eine Denkrunde also zu einem drängenden gesellschaftlichen Problem war angesagt und entwickelte sich schnell zu einer Grundsatzdebatte: Dass Sucht mit suchen zusammenhängt, also der Frage, was fehlt einem Menschen, wenn er zur Flasche, zu Medikamenten, zu Drogen greift oder sich in die Parallelwelt im Internet verabschiedet, wurde erwähnt. Auch die Frage, wie geht eine Stadt mit ihren Menschen und deren Süchten um. Oder: Was leisten Institutionen vorbeugend gegen Sucht? Auch anrührende Beispiele von konkreten persönlichen Schicksalen waren in der Sitzung zu hören.

Die Bandbreite war groß, aber die Mitglieder des Präventionsrates unter Diskussionsleitung von Bürgermeister Christian Grunwald schafften es, sehr schnell sehr konkret zu werden. Will man Menschen tatsächlich erreichen, Denkanstöße geben, muss man sich vom zwar wichtigen, aber drögen reinen Informieren oder gar Missionieren verabschieden.

Freude macht offen

Gemeinschaftserlebnisse, positive Eindrücke, Freude dagegen machen zugänglich auch für schwierige Probleme. Diese Erfahrung haben jedenfalls die Mitglieder des Präventionsrates gemacht, die das Spiel „Jugger“ (wir berichteten mehrfach) unter Jugendlichen etabliert haben. In der „Jugger“-Gemeinde spielen auch junge Leute mit, die über herkömmliche Jugendsozialarbeit kaum zu erreichen waren.

Deshalb will der Präventionsrat auch beim Thema Alkohol einen eher unkonventionellen Weg gehen und über attraktive Angebote an einem Tag Jung und Alt zusammenbringen. Ein konkretes Datum und auch einen konkreten Plan gibt es noch nicht. Aber den Willen, das Thema Alkoholmissbrauch offensiv in die Stadt zu bringen – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit vielen Beispielen für Lebenslust und sinnlichem Genuss – zum Beispiel Saftcocktails, bei denen Alkohol nicht vermisst wird.

Die Vorbereitungen für diesen Tag sollen in der November-Sitzung des Präventionsrates konkretisiert werden.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare