Tiere stehen unter strengem Artenschutz

Lebende Schlangen auf Mülldeponie entsorgt

Hersfeld-Rotenburg. Beim Umladen eines Hausmüllcontainers haben Mitarbeiter des Entsorgungszentrums „Am Mittelrück“ in Friedlos am Montag zwei lebende Schlangen entdeckt. Es handelt sich um eine sehr seltene, eineinhalb Meter lange „Madagaskar-Boa“, die unter Artenschutz steht.

Außerdem wurde eine zwei Meter lange „Regenbogen-Boa“ gefunden. Am Dienstag entdeckten die Mitarbeiter noch eine 70 Zentimer lange Albino-Kornnatter.

„Meine Mitarbeiter haben sehr gefasst reagiert, obwohl wir so etwas hier noch nie erlebt haben“, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer des Abfallzweckverbands (AZV), Gerd Keidel. Er vermutet, dass die Tiere illegal gehalten wurden und deshalb auf diese Art „entsorgt“ wurden.

Keidel nennt das eine „Sauerei“. Die AZV-Vorsitzende Elke Künholz spricht von einem „besonders infamen Fall von Tierqäulerei“. Offenbar waren die Schlangen in einem verschlossenen Müllsack in einen Müllcontainer geworfen worden. Es wird nicht ausgeschlossen, dass noch mehr Schlangen in den Müll geworfen wurden.

Die Polizei wurde informiert und hat die Tiere einem Experten aus dem Reptilien-Zoo Sontra übergeben. Nach Auskunft von Gerd Keidel sind die Schlangen unverletzt, aber schlecht ernährt. Die Polizei überprüft jetzt die Namen auf den Müll-Anlieferungslisten des AZV und hat ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz eingeleitet. (kai)

Bilder von den Reptilien

Hersfeld: Schlangenfund auf Mülldeponie

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Polizei Bad Hersfeld

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