Das Leben kehrt zurück - Nentershäuser Ortsmitte wird wieder attraktiv

Kaum etwas prägt ein Dorf so sehr wie sein Mittelpunkt: Auch Nentershausen soll jetzt wieder einen attraktiven Ortskern erhalten - mit einem Gebäudeensemble, das schön anzusehen ist und baulich zusammenpasst. Dafür wird unter anderem das baufällige Fachwerkhaus Marktplatz 8 grundlegend saniert und wieder zum Schmuckstück aufpoliert. Fotos: Dupont

Nentershausen. Der Nentershäuser Ortskern ist wie eine kleine Insel. Doch zum Träumen lud sie bisher nicht ein. Das soll jetzt anders werden. Baufällige Gebäude werden saniert und wieder zu Schmuckstücken. Statt Leerstand soll das Leben in die Nentershäuser Ortsmitte zurückkehren. Das schöne Dorf erhält wieder einen würdigen Mittelpunkt.

Der Ortskern besteht aus drei Gebäudekomplexen plus Edeka-Markt. Sorgenkind Nummer eins war das Haus Nummer 8 gegenüber dem Rathaus. Das Haus ist insgesamt sehr baufällig. Es gibt größere Schäden im Dach. Die eingetretene Feuchtigkeit hat zu weiteren erheblichen Schäden im Inneren geführt.

Wohnungen für Singles

Der Nentershäuser Architekt Marc von Baumbach will das Haus kaufen, es von Grund auf sanieren und modernisieren. Im Erdgeschoss will er sein eigenes Büro einrichten, im ersten Obergeschoss ein Büro für einen Rechtsanwalt. In dem Haus sollen außerdem drei bis vier kleine Wohnungen für Singles jeglichen Alters entstehen. Der Ausbau soll weitgehend barrierefrei gestaltet werden.

Neubauten ohne Seele

Die Sanierung des Fachwerkhauses aus dem 18. Jahrhundert erfolgt in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich Anfang September. Die Sanierung soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein. „Die Sanierung des alten Fachwerkgebäudes ist elementar wichtig, um die Struktur des Nentershäuser Marktplatzes zu erhalten“, betont von Baumbach. In vielen Orten seien die Ortskerne schon durch Abrisse oder unansehnliche Neubauten seelenlos geworden. Vor allem auch aus diesem Grund erhält von Baumbach 120 000 Euro an Förderung aus dem Stadtumbau-Programm des Landes Hessen.

Parlament gibt grünes Licht

Die Gemeindevertretung Nentershausen hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig einen entsprechenden Vertrag zwischen der Gemeinde und dem interkommunalen Zweckverband Sontra, Nentershausen und Herleshausen abgesegnet. Damit hat sie grünes Licht dafür gegeben, dass ein Teil des Geldes aus dem Stadtumbau für dieses Einzelprojekt freigegeben wird.

Auch für den Gebäudekomplex, der gegenüber dem Buswartehäuschen liegt, wurde eine Lösung gefunden. Er stand sechs Jahre leer. Früher war dort eine Metzgerei mit angeschlossener Gaststätte untergebracht.

Zwölf Fremdenzimmer

Den Gebäudekomplex hat Malermeister Stefan Sauer im Juni 2012 gekauft. Der Nentershäuser ist dabei, das ganze Gebäude von Grund auf zu sanieren. Mit seinem Malerbetrieb ist er bereits in die neue Unterkunft umgezogen.

„Drei Mietwohnungen sind auch schon fertig und vermietet“, berichtet er. Außerdem wurden zwölf Zimmer renoviert, die jetzt als Fremdenzimmer angemietet werden können. Der Bereich, wo früher die Gaststätte war, steht noch leer. An der Ecke ist ein Raum für ein Geschäft entstanden. „So wird der Ortskern am Leben erhalten“, sagt Sauer. „Das ist ein Gewinn für die Gemeinde und für die Unternehmer.“

Warum Nentershausen keinen Investor für Betreutes Wohnen gefunden hat, lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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