Eltern und Großeltern pflanzten Bäume für den Nachwuchs – Naturschutzverein aktiv

Leben mit Apfelblüten

Das ist Brauch in der Gemeinde Nentershausen: Am Ostersamstag werden Lebensbäume für Kinder und Enkelkinder gepflanzt, die im Vorjahr geboren wurden. Im Ortsteil Süß waren es neun Obstbaum-Hochstämme, die auf der Streuobstwiese am Sandberg von den Eltern und Großeltern in die Erde gesetzt wurden. Foto: Vöckel

Süss/Nentershausen. Ein Lebensbaum für jedes Kind - das ist Brauch in der Gemeinde Nentershausen. Immer am Ostersamstag werden Obstbaum-Hochstämme oder Laubbäume für Kinder gepflanzt, die im Vorjahr in der Gemeinde geboren wurden.

Initiator der Pflanzaktion ist der Umwelt- und Naturschutzverein Nentershausen mit seinem rührigen Vorsitzenden Karl-Heinz Berndt an der Spitze. Seit zehn Jahren engagieren sich die Mitglieder mit dem Projekt Lebensbäume in der Gemeinde. Doch nicht alle Eltern machen mit. In diesem Jahr waren es neun von zwölf, die für ihren Nachwuchs einen Baum pflanzten. Dazu kamen die Großeltern, die für ihre auswärts geborenen und lebenden Enkelkinder einen Lebensbaum in die Erde setzten.

Das Wachsen begleiten

Durch dieses Engagement verdoppelte sich die Zahl der gepflanzten Bäume. Der Zuspruch der beteiligten Eltern und Großeltern war positiv: „Eine gelungene Idee.“ Sie wollen mit ihren Kindern das Wachsen und Gedeihen der Bäume begleiten. Dazu gehören auch das regelmäßige Gießen bei Trockenheit und der sichere Wildschutz.

„Die Kosten für die Beschaffung der Bäume, die Pfähle und den Wildschutz übernehmen wir“, sagte Vorsitzender Karl-Heinz Berndt beim Start der Pflanzaktion am Samstagmorgen auf der Streuobstwiese am Sandberg in Süß. Nur das Namensschild aus Messing müssten die Eltern zusammen mit der Gravur bezahlen. Dieses Erkennungsschild soll am Baumpfahl angebracht und nicht im Auto spazieren gefahren werden. Nur so habe der Verein die Möglichkeit der Zuordnung. Weitere Unterlagen gebe es nicht.

Etwas teurer wird die Pflanzaktion für die Großeltern, die für ihre auswärts wohnenden Enkelkinder einen Baum pflanzen. Sie müssen alle Sachkosten bezahlen. „Das ist es mir wert“, versicherte Horst Schäfer, der zwei Bäume für seine in Alzenau und Mainz lebenden Enkel setzte.

Verbindung zur Umwelt

Zu den Aufgaben des Nentershäuser Vereins gehört nach Aussage des Vorsitzenden das Fördern der Umwelt und des Naturschutzes. Diesem Ziel diene das Projekt Lebensbaum. Durch das Pflanzen der Bäume würden sowohl junge Eltern als auch später ihre Kinder auf die einfachste Weise eine Verbindung zur Umwelt und Natur durch die persönliche Bindung zu ihren Bäumen erhalten. Die Grundstücke für die Lebensbaum-Pflanzungen habe die Gemeinde Nentershausen zur Verfügung gestellt. In Ortsteilen seien auch langfristige Verträge für die Gestattung mit Privatpersonen abgeschlossen worden.

Eine gute Zukunft

Am Sandberg in Süß wirkte Ortsvorsteher Karlheinz Bornschier beim Pflanzen eines Lebensbaums für seinen Enkel mit. Er lobte den Einsatz der Mitglieder des Umwelt- und Naturschutzvereins Nentershausen und wünschte allen Kindern eine gute Zukunft. (zvk)

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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