Spielmanns- und Fanfarenzüge ziehen durch Rotenburg

Wimpel: TG-Abteilungsleiter Ralf Bämpfer überreicht Andreas Vogt, dem Spielmannszugführer des Spielmannszuges Rothenburg ob der Tauber, den neugeschaffenen Vereinswimpel  

Rotenburg. Spielmanns- und Fanfarenzüge aus den befreundeten Rot(h)enburgs und der Nachbarschaft boten am Samstag einen tollen Ohren- und Augenschmaus in der Fuldastadt.

Prächtig herausgeputzt kommt er aus der Brückengasse auf den Marktplatz. Neue rot-weiße, mit Schwarz abgerundete Uniformen, in der Sonne funkelnde Instrumente, strahlende Gesichter. Wenn es den Spielmanns- und Fanfarenzug der Turngemeinde Rotenburg 1849 nicht seit gut zwei Jahren wieder gäbe, müsste man ihn erfinden.

Zumindest für das große Spielmannszugtreffen, das am Samstagmittag mitten im Herzen der Fuldastadt über die Bühne geht. Aus „Wümme“ und aus „Tauber“ sind die seit über 30 Jahren mit den Lokalmatadoren befreundeten Spielmannszugkollegen samt Bürgermeistern angereist. Dazu noch etliche Musiker der Spielmanns- bzw. Fanfarenzüge aus Eisenach, Gudensberg und Witzenhausen. Von überall her marschieren etwa 150 Männer und Frauen auf den Platz vor dem alten Rathaus, wo Moderatorin Jutta Ruppel Schlag zwölf Hunderte von Zuschauern und Zuhörern begrüßt.

„Sie kriegen jetzt so richtig was aufs Ohr!“, ruft sie dem Publikum zu. „Sie lernen, wie getrommelt, geflötet und gekonnt geblasen wird!“ Das lassen sich die „Wümmer“ aus dem Stadtteil Waffensen nicht zweimal sagen und intonieren „Mein Vater war ein Wandersmann“. Ihr Bürgermeister Hartmut Leefers, der als langjähriger Leiter des Spielmannszuges einer der Gründerväter der Rotenburg-Partnerschaft war, reiht sich noch einmal ein in Reih und Glied und spielt die Lyra. Die Kirschenstädter bevorzugen das „Do Wah Diddy Diddy“ von Manfred Mann. Die Gudensberger lassen „Boat on the River“ erklingen, und die Eisenacher kommen mit einer feschen Dirigentin und drei kräftigen Damen daher, die blau-weiß-rote Flaggen schwingen. Dann begeistern die farbenprächtig gewandeten Mittelfranken aus „Tauber“ mit eher traditionellen Stücken. Kein Wunder: Sie fiebern dem an den Pfingsttagen stattfindenden großen Historienspektakel „Der Meistertrunk“ entgegen.

Als dann endlich die Rotenburger vom Fuldastrand unter Leitung von Georg Svitek aufspielen, gibt es Riesenapplaus. Ralf Bämpfer, der Motor des Spielmannszuges, dankt den Gönnern für die Unterstützung. Den Gastbürgermeistern Kurt Förster (ROT) und Hartmut Leefers (ROW) merkt man an, wie ehrlich und von Herzen kommend sie sich darüber freuen, dass „Fulda“ aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Sie danken für die Gastfreundschaft der Gastfamilien, die sie feucht-fröhlich aufgenommen haben und beherbergen. Bürgermeister Christian Grunwald spricht mit Stolz von „seinen“ Rot-Weißen, die „mit eisernem Willen und Disziplin wie Phönix aus der Asche auferstanden“ seien und immer das große Ziel Partnerschaftstreffen vor Augen gehabt hätten. Kreisbeigeordneter Heinz Schlegel übermittelt die Grüße des Landkreises, Ralf Bämpfer überreicht neugestaltete Wimpel und alle freuen sich darauf, dass alle zusammen zum vorläufigen Abschluss König Friedrich hochleben lassen werden. „Es lebe Rot(h)enburg, links um!“

Von Wilfried Apel

Spielmanns- und Fanfarenzüge in Rotenburg

Quelle: HNA

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