Führungsunterstützer organisierten zum letzten Mal ein Benefizkonzert

Lautstark für gute Sache

Half spontan: Reinhold Schwarz.

Rotenburg. Nur noch wenige Soldaten halten die Stellung in der vor der Schließung stehenden Alheimer-Kaserne in Rotenburg, und trotzdem fiel das vorweihnachtliche Benefizkonzert des Führungsunterstützungsbataillons 286 in der Jakobikirche pompös aus. Die Zuschauer nahmen auch Stehplätze in Kauf, um die Interpreten zu hören.

Reinhold Schwarz aus Bad Hersfeld ist der Mann, der das auf die Beine gestellt hat. Im vergangenen Jahr wurde der engagierte Reservist und Rentner von Oberstabsfeldwebel Wolfgang Weber um Unterstützung gebeten. Angesichts ihrer zurückgehenden Anzahl sahen sich die Soldaten der Kaserne nicht mehr in der Lage, das Konzert mit einer jahrelangen Tradition im Alleingang zu organisieren.

Reinhold Schwarz hat ein Talent, Menschen zu gewinnen, und gern setzt er es ein, wenn es um die gute Sache geht. Für den Rotenburger St.-Georg-Kindergarten und eine Bundeswehrstiftung für traumatisierte Soldaten wurde in diesem Jahr gesammelt.

Für das Konzert gewann Schwarz den Posaunenchor Obergude, das Blasorchester der Jakob-Grimm-Schule, die Burghauner Musiker von „Castle Drums and Pipes“, die lautstark und mitreißend mit Trommeln und Dudelsäcken musizierten, den Haunetaler Gospelchor Sisters in Action, den Reservistenmusikzug sowie den Profi-Trompeter Martin Schworm.

Sie alle kamen, weil Schwarz für die gute Sache warb, und kommen sicher gern wieder, denn gut versorgt wurden sie auch. Um den Musikern zumindest eine Verpflegung mit Fettenbroten zu sichern, machte Schwarz mit der Spendendose die Runde in der Kaserne. Dort traf er zwar nur noch 40 Soldaten an, aber: „Da musste halt jeder ein bisschen mehr geben.“

Es sei das letzte Mal gewesen, dass die Bundeswehr in Rotenburg öffentlich in Erscheinung trete, sagte Oberstleutnant Wolfgang Mangel vor Beginn des Konzerts. Das Ende der Konzert-Tradition muss das nicht bedeuten. Reinhold Schwarz ist bereit, sich weiter zu engagieren, vielleicht auch mithilfe des Traditionsverbands der ehemaligen Panzergrenadiere, der Stadt, der Kirche oder Rotenburger Firmen. Das ist noch offen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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