Montagsinterview: Matthias Weber braucht Musik – auch, um seinen Glauben zu leben

Ein lautes Halleluja

Leidenschaftlicher Musiker: Der Obersuhler Matthias Weber steht für „Colours of Music“ und „Volle Kanne Kerzenschein“ - und jetzt auch für Popularkirchenmusik in Heringen. Foto: Vera Walger

Obersuhl/Heringen. Matthias Weber hat seinen ersten Chor schon mit 15 Jahren geleitet. Seit 20 Jahren dirigiert er die „Colours of Music“. Außerdem ist er Instrumentallehrer und seit Kurzem sogar Popkantor. Wir sprachen mit dem Wildecker über seinen Weg zur Berufsmusik, über Leidenschaft und einen fröhlichen Glauben.

Herr Weber, wenn Sie Musik machen, gehen Sie völlig aus sich heraus. Ist diese Leidenschaft eine Voraussetzung für Ihre Arbeit?

Matthias Weber: Ich bin auf der Bühne so, wie ich bin. Ich denke dabei nicht nach. Musik ist eben meine Leidenschaft. Das ist schon seit meiner Kindheit so.

Trotzdem haben Sie erst eine Verwaltungslaufbahn eingeschlagen. Warum?

Weber: Damals habe ich das nicht infrage gestellt. Die Musik war ein Traum. Ich habe nicht für möglich gehalten, dass sie ein Beruf sein könnte. Außerdem mag ich halt vor allem Popularmusik. Und in diesem Bereich gab es damals keine Stellen. Das hat sich erst entwickelt.

Kommen Sie aus einer musikalischen Familie?

Weber: Schon. Meine Eltern haben gesungen. Mein Vater hat Trompete gespielt. Und ich musste Klavier lernen, ob ich nun wollte oder nicht.

Wollten Sie?

Weber: Am Anfang nicht. Dann kam ein Lehrerwechsel. Ich habe Karl-Heinz Martus kennengelernt. Der hat mich motiviert.

Ist der Lehrer so entscheidend?

Weber: Für mich ja. Es muss jemand da sein, der es schafft, dass die Musik einem Spaß macht.

Sie arbeiten ja unter anderem auch als Klavierlehrer. Wie gelingt es Ihnen selbst, diese Freude an der Musik zu vermitteln?

Weber: Ich versuche, auf die Schüler individuell einzugehen, sie spielen zu lassen, was ihnen Spaß macht. Die technischen Grundlagen müssen auch sein. Aber man kann sie auch ein bisschen geschickt einfügen in Stücke, die Freude machen. Wichtig ist es, die Schüler zu bestärken, auch wenn es mal eine Durchhängephase gibt.

Konnten Sie letztlich nicht an der Musik vorbeikommen? So dass sie doch noch Beruf werden musste?

Weber: Vielleicht. Die Musik war einfach immer da. Sie hat mich durch Höhen und Tiefen begleitet, immer.

Jetzt haben Sie eine Stelle als Popkantor in Heringen angetreten. Was kann man sich darunter vorstellen?

Weber: Offiziell heißt das „Popularkirchenmusiker“. Ich leite dort eine Kantorei, die moderne Sachen singt. Ich begleite Gottesdienste, durchaus auch mal klassisch auf der Orgel. Und ich leite Workshops.

Verdrängt die moderne Musik langsam die traditionelle Kirchenmusik?

Weber: Nein, es gibt da keinen Konkurrenzkampf. Die Popularmusik ist eine Ergänzung. Man kommt damit dem Geschmack vieler Menschen entgegen.

Glaube und Musik - wie eng hängt das bei Ihnen zusammen?

Weber: Die Musik bestärkt und unterstützt meinen Glauben. Ich will darstellen, wie schön es ist, Christ zu sein. Das tue ich, indem ich auf die Bühne gehe und Musik mache.

Ihr Glaube ist ein fröhlicher Glaube?

Weber: Oh ja. Keine stille Einkehr. Sondern: Halleluja, Praise the Lord. (lacht)

Von Vera Walger

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