80 Tiere bei Blankenheim ausgewildert

Laubfrosch kehrt zurück

Blankenheim. Den kleinen knallgrünen Frosch zieht es nach oben, den Hang hinauf. Nach dem Sprung von der Hand verharrt er auf einem Klümpchen des fast senkrecht ansteigenden Erdwalls, bevor er wieder zum Springen ansetzt. 80 von Hand aufgezogene Laubfrösche sind am Wochenende im ehemaligen Sandsteinbruch im Krollsbachtal bei Blankenheim ausgesetzt worden.

Von hier aus soll sich die Population in den kommenden Jahren über das mittlere Fuldatal ausbreiten.

Der Laubfrosch, der früher nahezu flächendeckend in Hessen verbreitet war, wäre im Kreis Hersfeld-Rotenburg beinahe ausgestorben. Vor wenigen Jahren gab es nur noch im Raum Obersuhl eine kleine Population von einigen Dutzend Tieren. Maßnahmen der oberen Naturschutzbehörde führten zu einem Anstieg der Population. Jetzt soll auch das Fuldatal wieder Heimat des Laubfroschs werden.

Mit Mücken und Fliegen

Matthias Hohmann von der naturkundlichen Gesellschaft mittleres Fuldatal (NGMF) entnahm im Mai etwas Laich aus einem Gewässer der Obersuhler Unteraue. 80 Kaulquappen schlüpften, und Hohmann zog sie zuhause mit Mücken und Fliegen in Aquarium-Behältern groß, um sie nun in die Natur zu entlassen. In den kommenden fünf Jahren will die NGMF hier jährlich weitere Frösche aussetzen.

Voraussetzung für das vom Regierungspräsidium Kassel genehmigte und unterstützte Projekt war ein geeignetes Biotop. In ein solches hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald den ehemaligen Steinbruch in diesem Jahr verwandelt. Das Forstamt Bad Hersfeld hatte das Gelände dafür zur Verfügung gestellt, die untere Naturschutzbehörde das Projekt mit Mitteln aus Ausgleichszahlungen für andernorts vorgenommene Eingriffe in die Natur gefördert.

Heinrich Wacker, dessen Büro die Umwandlung des zugewachsenen und von Abfällen verunreinigten Steinbruchs in ein geeignetes Biotop geplant hatte, räumt dem Projekt große Chancen auf Erfolg ein. Der Laubfrosch sei eine Pionierart, die neue Lebensräume suche und auch finden werde. Maßnahmen in den vergangenen 15 Jahren hätten überall entlang der Fulda Auen hervorgebracht, in denen sich die Frösche wohlfühlen würden. Alle Beteiligten hoffen außerdem, dass zwischen Fulda- und Werratal ein flächendeckendes Netz von Laubfroschpopulationen entsteht. An dem Projekt sind neben dem hessischen Umweltministerium auch der Naturschutzbund Deutschland und die Stiftung Hessischer Naturschutz beteiligt.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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