Gestern war Girls’ Day: Bei Conti in Bebra informierten sich 19 Mädchen

Nur lange Nägel sind tabu

Arbeit mit dem Lötkolben: Der Auszubildende Christoph Richter zeigt Schülerin Annabell Klee, wie Drähte verschweißt werden.

Bebra. Annabell muss aufpassen, dass sie sich nicht verbrennt. Mit dem Lötkolben schweißt sie gebogene Kupferdähte zu einer Blume zusammen. Die 14-Jährige aus Ronshausen war eines von 19 Mädchen, die am gestrigen Girls’ Day beim Bebraer Automobilzulieferer Continental zu Gast waren. Der jährliche bundesweite Girls’ Day soll Mädchen an vermeintliche Männerberufe heranführen.

Die Mädchen, die gestern das Continental-Werk besuchten, sahen, wie ein Pumpengehäuse für einen Automotor bearbeitet wurde, und wurden dann in der Ausbildungswerkstatt handwerklich aktiv. Die 13-jährige Leonie Sauer aus Weiterode schlug mit dem Hammer und sogenannten Schlagbuchstaben ihren Namen in eine Messingplatte. Die Arbeit mit Werkzeug und Metall, sagte sie, mache ihr Spaß. Aber ob daraus mal ein Beruf werden könne? Das sei noch so lange hin.

Regine Haase, Leiterin der Aus- und Weiterbildung bei Continental in Bebra, meint, man könne Mädchen gar nicht früh genug ansprechen, um sie für Technik zu begeistern. Unter den Auszubildenden für Berufe wie Elektroniker oder Industriemechaniker gebe es wenige junge Frauen. Dabei, so Haase, mache das Unternehmen mit Mädchen sehr gute Erfahrungen.

Auch Christoph Richter, der sich zum Industriemechaniker ausbilden lässt und die jungen Mädchen am Girls’ Day in der Werkstatt anleitete, sieht keine Hürden für Frauen in dem Beruf. Es gebe Maschinen und Hilfsmittel, die die körperliche Anstrengung minimierten. Nur lange Fingernägel seien nicht geeignet.

Die 14-jährige Annabell Klee hatte Freude an der Arbeit in der Werkstatt. Aber ihr Berufswunsch steht schon fest: Sie will Fotografin werden.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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