Preis ist gering – Verluste bei Mais und Kartoffeln

Landwirte sind mit Getreideernte zufrieden

Getreideernte

Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind mit ihrer Getreideernte zufrieden. Trotz des trockenen Sommers seien Qualität und Menge in Ordnung, sagt Gisela Gering, Bäuerin aus Rotenburg: „Die Ergebnisse bei Hafer, Roggen, Gerste und Weizen waren gut bis sehr gut.“

Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Hersfeld-Rotenburg, bestätigt, dass die Getreideernte gut ausgefallen sei. „Die Euphorie darüber wird allerdings etwas getrübt, denn der Getreidepreis ist im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel gesunken.“ Im vergangenen Jahr seien die Erträge wesentlich schlechter gewesen – die Preise dafür aber höher.

„Ich hoffe, dass der Preis für Getreide wieder steigt, wenn die Händler im Dezember für den Winter einkaufen“, sagt Helmut Steinmetz, Landwirt aus Lispenhausen. Die Entwicklung hänge auch davon ab, wie die Ernte in anderen Ländern ausgefallen sei, da das den Preis am Weltmarkt beeinflusse.

Von der Qualität und von der Höhe her nicht zufriedenstellend seien in diesem Herbst die Mais-Erträge gewesen, sagt Gering. Diegel bestätigt das: „Das Ergebnis der Maisernte war unterdurchschnittlich, mit Einbußen von 20 bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“

Pech hatten auch die Landwirte, die ihre Kartoffeln auf den Fuldawiesen angebaut hatten. Der nasskalte Frühling mit dem Hochwasser im Mai und Juni und die darauffolgende Dürre im Sommer haben den Pflanzen dort nicht gut getan.

Fast 50 Prozent Einbußen habe er bei den Kartoffeln gemacht, sagt Steinmetz. „Es waren überdurchschnittlich viele kleine Mini-Kartoffeln dabei. Die kann ich nicht verkaufen, sondern nur als Futter verwenden“, sagt er. Mit den Zuckerrüben hingegen habe er mehr Glück gehabt.

Wie das Ernten funktioniert

Maishäckselmaschinen des Lohnunternehmens Bengsch sind im Herbst auf den Feldern unterwegs

Maishäckselmaschinen sind in diesen Tagen wieder auf den Feldern unterwegs. Wir waren mit Mitarbeitern des Lohnunternehmens Bengsch aus Rotenburg unterwegs, als sie auf dem Hof Untermühle im Haselgrund bei Rotenburg die Ernte eingeholt haben.

Um einen solchen Häcksler zu fahren, benötige man einen Führerschein der Klasse T, erklärt Eric Hattenbach vom Lohnunternehmen Bengsch. Die Maschine sei etwa 80 Dezibel laut und 500 PS stark – mehr Leistung also, als die meisten Supersportwagen. Da die Maschine bis zu 40 Stundenkilometer schnell fährt, muss sie für den Straßenverkehr zugelassen sein.

„Bei normalem Bestand kann man mit der Maschine einen Hektar Feld pro Stunde ernten“, sagt Hattenbach. Wenn die Maisernte – wie in diesem Jahr – etwas dürftiger ausfalle, gehe die Arbeit etwas schneller voran. Neben Mais kann die Maschine auch Gras ernten.

Von Marc Hörcher

Mehr darüber, wie eine Maishäkselmaschine funktioniert, lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe der HNA.

Quelle: HNA

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