Zwei Millionen Tonnen Getreide in Hessen

Landwirte im Kreis erwarten durchschnittliche Ernte

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Ernteeinsatz: Seniorchef Heinrich Berlet drischt die Gerste auf einem Feld bei Wippershain. Vielerorts sind die Böden so nass, dass die Mähdrescher einsinken. Foto: Eisenberg

Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte im Kreis Hersfeld-Rotenburg rechnen mit einer durchschnittlichen Getreideernte. Ihre Einschätzung deckt sich mit den Erwartungen des hessischen Bauernverbands.

Rund zwei Millionen Tonnen Getreide sollen in Hessen insgesamt geerntet werden. Das hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, kürzlich bekanntgegeben. Dieses Urteil teilt auch die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Anke Roß.

Eine genaue Prognose sei derzeit aber noch schwierig; die Landwirte stünden noch am Anfang der Erntesaison. Ein Großteil der Gerstefelder im Landkreis sind abgeerntet, und vielerorts wurde mit der Rapsernte begonnen. Über Qualität und Erntemenge von Roggen, Hafer und Weizen entscheide das Wetter in den kommenden zwei Wochen.

Nach einem zu milden Winter und einer Trockenphase im Frühjahr fallen die Getreideerträge nach Einschätzung der Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin nicht ganz so gut aus, wie in Spitzenjahren.

Zudem sei die Qualität des Getreides von den Regenfällen der vergangenen Wochen beeinträchtigt worden. „Die Getreidefelder sind nicht mehr goldgelb, sondern gräulich“, verdeutlicht Anke Ross. Probleme macht den Landwirten das Regenwetter noch aus einem anderen Grund. Selbst an sonnigen und heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sind die Böden vielerorts so nass, dass die schweren Erntemaschinen einsinken und steckenbleiben.

Dennoch sei der Regen für die Landwirtschaft notwendig. „Durch die Feuchtigkeit wächst das Grünland in diesem Jahr schnell nach“, erklärt Landwirt Claus Berlet aus dem Schenklengsfelder Ortsteil Wippershain. Auch den Maisfeldern komme diese Wetterlage zugute.

Von den schweren Unwettern vor eineinhalb Wochen seien die Landwirte nur stellenweise betroffen - dort aber richtig. „Wo es beispielsweise in die Rapsfelder gehagelt hat, gab es Totalausfälle, sagt Anke Ross.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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