Landwirte im Kreis erhalten ab 2014 mehr Geld von der EU

Hersfeld-Rotenburg. Die meisten Bauern im Kreis Hersfeld-Rotenburg dürfen sich ab 2014 auf höhere Subventionen von der EU freuen. Das ergibt sich aus einem Beschluss, den die Agrarministerkonferenz kürzlich in München gefasst hat. Zwar wird die Agrarförderung ab 2015 insgesamt zurückgefahren, aber es soll Zuschüsse für kleinere Betriebe geben.

„Generell ist festzustellen, dass unter dem Strich mehr Geld in die Landwirtschaft in Hessen fließt, weil wir hier eine kleinstrukturierte Wirtschaft haben“, erklärt Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Hersfeld-Rotenburg. Nach Angaben des statistischen Landesamts gab es im Mai 2011 insgesamt 883 landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Davon waren 651, also drei von vier Höfen, kleiner als 50 Hektar.

Von der Regelung profitieren alle landwirtschaftlichen Betriebe, die eine Fläche von 46 Hektar oder weniger bewirtschaften. „Für die ersten 30 Hektar soll es künftig 50 Euro mehr geben, für die weiteren 16 Hektar 30 Euro mehr“, sagt Diegel. Das bedeute also bis zu 1980 Euro mehr für die kleineren Bauernhöfe ab kommendem Jahr.

Betriebe, die mehr als 46 Hektar bewirtschaften, sollen wie bisher nur eine Grundförderung erhalten. Sie gebe es vor allem in den neuen Bundesländern, sagt Diegel. Ab 2015 müssen sich allerdings alle landwirtschaflichen Betriebe auf geringere Zuschüsse einstellen: Der Beschluss der Agrarministerkonferenz sieht nämlich vor, dass die Direktzahlungen dann um 4,5 Prozent gekürzt werden.

Diegel erwartet, dass die höheren Subventionen für kleine Betriebe die Kaufkraft in der Region verbessern. Allerdings sieht er Subventionen persönlich grundsätzlich kritisch. Besser sei es, komplett auf Subventionen zu verzichten. „Dann müsste der Markt sich selbst regulieren“, sagt Diegel.

So wird das Geld künftig verteilt

Nach der neusten Umverteilung der EU-Zuschüsse stehen für die Landwirtschaft in Deutschland zukünftig 6,2 Milliarden Euro für die 16 Bundesländer zur Verfügung. Dieses Geld wird auf zwei Säulen verteilt. Die erste Säule sind Direktzahlungen an die Bauern. Die zweite Säule sind Programme für die ländliche Entwicklung. Bauern können davon profitieren, indem sie beispielsweise Geld für einen Hofladen beantragen. Das Geld für die ländliche Entwicklung ist aber auch für die Dorferneuerung vorgesehen, also für Projekte wie einen neuen Brunnen. Die Agrarministerkonferenz hat nun beschlossen, 4,5 Prozent der Direktzahlungen auf die zweite Säule umzuleiten.

Von Marc Hörcher

Quelle: HNA

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