Neue Serie: Mit dem Landwirt durch das Jahr

Landwirt Helmut Blackert sät auf seinen Feldern Braugerste aus

Alles in einem Arbeitsgang: Vor dem Traktor zerkleinert die Cambridgewalze die Ackerschollen. Dahinter lockert die rote Kreiselegge den Boden auf, die gelbe Packerwalze verdichtet die tieferen Schichten und die Drillmaschine legt schließlich die Samenkörner in die Erde. Fotos: Eisenberg

Niederellenbach. „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“, heißt es in einem alten Volkslied.

Neue Serie

Dass Kühe nicht lila sind, wissen die meisten Bewohner des Kreises noch. Dennoch haben auch im ländlichen Raum immer weniger Menschen Bezug zur Landwirtschaft. In Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband begleiten wir deshalb in unserer neuen Serie die heimischen Landwirte durchs Jahr und erklären, welche Arbeiten gerade anfallen.

Bei Helmut Blackert ist die Kraft von gleich 145 Pferden im Spiel. So viele PS stecken unter der Motorhaube des Massey-Fergusson-Traktors, den der Landwirt aus dem Alheimer Ortsteil Niederellenbach über seinen Acker lenkt. 70 Hektar Ackerland und 20 Hektar Wiesen bewirtschaftet Blackert hauptberuflich mit Unterstützung seines Bruders. Auf seinen Feldern baut der 50-Jährige Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Sommergerste, Mais, Kartoffeln und in manchen Jahren auch Hafer an. Während das Wintergetreide schon im Herbst vor der Frostperiode gesät wurde, ist im März das Sommergetreide an der Reihe.

Video: So funktioniert eine Sämaschine

Erstmals hat der Niederellenbacher sich in diesem Jahr für Braugerste entschieden. Wie viel Saatgut der Sorte „Salome“ er pro Hektar benötigt, hat er vorher genau berechnet. „Das Tausendkorngewicht von 55,40 Gramm mal 250 Körner pro Quadratmeter, geteilt durch die Keimfähigkeit von 93 Prozent ergibt die Aussaatmenge“, erläutert er die Formel. Die vom Saatgutlieferant errechneten Werte Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit geben an, wie viel 1000 Samenkörner wiegen und aus welchen Prozentsatz sich tatsächlich Pflanzen entwickeln.

Aus diesen Körnern wachsen neue Pflanzen: Helmut Blackert begutachtet das Saatgut.

Auf dem gut zwei Hektar großen Feld in der Fuldaaue zwischen Niederellenbach und Heinebach wuchs im vergangenen Jahr noch Mais. Erst im Frühjahr wurde es umgepflügt – um zu vermeiden, dass der Mutterboden im Winter weggeschwemmt wird. Alle weiteren Schritte erledigt der Landwirt mit einer sogenannten Saatkombination in nur einem Arbeitsgang: Die Scheiben einer vor dem Traktor angebrachten Cambridge-Walze zerkleinern die Erdschollen. Hinter dem Schlepper sorgen die rotierenden Zinken der Kreiselegge dafür, dass die Erde fein zerkrümelt wird. Die großen Metallringe der Packerwalze verdichten anschließend die tieferen Bodenschichten. Die Abstände der Walzensegmente sind an die Schare der Drillmaschine angepasst. Die legt die Gerstenkörner gleichmäßig in Rillen ab und bedeckt sie mit Erde. Der im Jahr 2002 gebaute Traktor, an die Maschinen montiert sind, gehört dem Bodenverband. Blackert nutzt ihn gemeinsam mit einem Nachbarn und bezahlt für die Betriebsstunden. Was der Landwirt auf welcher Fläche anbaut, muss er in der einer Schlagkartei dokumentieren. Auch Düngung und Pflanzenschutz werden dort vermerkt.

Voraussichtlich Ende August wird das Getreide reif sein. „Braugerste muss einen niedrigen Eiweißgehalt haben“, erklärt der Landwirt. Ob sie tatsächlich im Sudkessel landet, entscheide sich erst bei der Qualitätskontrolle. Anderenfalls wird sie als Futtergetreide verkauft. Blackert selbst hält keine eigenen Nutztiere. Er lebt von der Vermarktung seiner pflanzlichen Produkte.

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