Erste konkrete Ergebnisse im Kampf gegen demografischen Wandel

Landkreis macht mobil gegen „Unterjüngung“

Bad Hersfeld. Im Kampf gegen die Folgen des demografischen Wandels hat der Kreis gestern erste konkrete Ergebnisse vorgelegt. Hersfeld-Rotenburg ist eine von bundesweit 21 Modellregionen für das MORO-Aktionsprogramm.

MORO steht für „Modellvorhaben der Raumordnung“ und wird vom Bundesbauministerium für zwei Jahr mit rund 180 000 Euro unterstützt. Das Geld soll für eine wissenschaftliche Begleitung des notwendigen Anpassungsprozesses genutzt werden.

„Wir haben immer weniger Junge und immer mehr Alte“, umriss Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt das Kernproblem, das Fachleute als „Unterjüngung“ bezeichnen.

Seit Beginn des MORO-Programms wurden in mehreren Arbeitsgruppen zentrale Probleme der Daseinsvorsorge, wie etwa die ärztliche Versorgung, Bildung, technische Infrastruktur, die Wohnraumentwicklung oder Betreuungsfragen von Senioren erörtert. „Wir haben konkrete Zielvorgaben erarbeitet und Erfolgsindikatoren aufgestellt“, erklärte Vize-Landrätin Elke Künholz.

Diese sollen nun unter breiter Bürgerbeteiligung diskutiert werden. „Jeder Bürger ist eigentlich ein Experte in diesen Fragen“, machte die Zukunftsbeauftragte des Kreises, Anja Czenar, deutlich. Sie registriert ein reges Interesse an den diskutierten Fragestellung. Deshalb lädt der Kreis jetzt zu einer Bürgerwerkstatt in der „innovative Ideen für Wohnformen für Senioren“ erarbeitet werden sollen.

„Wir werden nicht alle Strukturen aufrecht erhalten können“, stellt Landrat Schmidt klar. So müssten etwa die Ver- und Entsorgungsnetze im ländlichen Raum künftig von immer weniger Menschen finanziert werden.

Gerade deshalb sind gute Ideen und eine starke Vernetzung aller Beteiligten nötig. Doch Bange machen gilt nicht: „Die Menschen sollen bei uns mit Lust und Laune älter werden können“, gibt Elke Künholz als Ziel aus. ZUM TAGE,

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Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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