Studie geht von Mangel ab 2035 aus – 36 710 älter als 65 Jahre

Im Landkreis fehlen Senioren-Wohnungen

Hersfeld-Rotenburg. Im Jahr 2035 werden 36 710 Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg älter als 65 Jahre alt sein, und es werden 4910 altengerechte Wohnungen fehlen.

Das sagen zumindest die Macher der Studie „Wohnen 65plus“, die das Regionaldaten-Institut Pestel im Auftrag verschiedener Verbände gemacht hat, darunter der Sozialverband VdK. Konkrete Zahlen zum aktuellen Bestand an speziellen Seniorenwohnungen hat allerdings auch das Pestel-Institut nicht.

Grundlage der Prognose für die Bevölkerungsentwicklung sind die neuen Zensus-Zahlen. „Mit der starken Zunahme Älterer wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen rasant wachsen“, so Studienleiter Matthias Günther. Die Prognose für Hersfeld-Rotenburg gehe von rund 7210 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus. „Bei dieser Entwicklung wird es höchste Zeit, barrierearme Wohnungen für Senioren zu schaffen. Ziel muss es sein, die älteren Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Auch, wenn sie dort ambulant gepflegt werden müssen“, sagt Günther.

Viele Senioren wollten in ihren Wohnungen bleiben, zudem führe die stationäre Pflege im Heim zu enormen Mehrkosten. Der Aufwand, eine Wohnung altengerecht zu sanieren, rechne sich.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg müssten laut der Studie 76,5 Millionen Euro in das altersgerechte Bauen investiert werden. Nur so könne es nach Angaben des Pestel-Instituts gelingen, die fast 5000 zusätzlichen Senioren-Wohnungen zu schaffen. Was finanzielle Anreize und Unterstützung betreffen, sei in erster Linie der Bund gefragt.

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Elke Künholz betrachtet das Thema Wohnen im Alter als große Herausforderung des demografischen Wandels, zumal der Kreis die höchste häusliche Pflegequote Hessens habe. Seite 2, zum tage hintergrund

Von Nadine Maaz

Quelle: HNA

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