Landgericht spricht Bebraer vom Vorwurf der Vergewaltigung frei

Bebra / Fulda. In dem Vergewaltigungsprozess gegen einen 23-Jährigen aus Bebra hat das Landgericht Fulda den Angeklagten am Dienstag freigesprochen. Das Amtsgericht Bad Hersfeld war noch von der Schuld des Angeklagten überzeugt gewesen und hatte ihn zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die Zweite Strafkammer des Landgerichts Fulda verurteilte den 23-Jährigen lediglich wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald und Verteidiger Hans-J. Hauschild kündigten an, sie wollten keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Nebenklage-Vertreter Klaus Reiprich erklärte, er werde mit seiner Mandantin eine Revision prüfen.

Eine heute 18-Jährige Auszubildende aus Rotenburg hatte ihrem früheren Freund vorgeworfen, er habe sie im März 2012 in einer öffentlichen Toilette vergewaltigt. Richter Joachim Becker erklärte den Freispruch damit, dass die Schilderungen des Opfers gegenüber der Polizei, vor dem Amtsgericht und dem Landgericht uneinheitlich gewesen seien. „Die Aussage des Opfers war nicht belastbar. Es gab mehrfach gravierende Abweichungen“, sagte Becker.

Das Gericht sei nicht überzeugt, dass das Opfer vor Gericht die Unwahrheit gesagt habe. Aber ihre Aussagen über eine ganze Reihe wichtiger Einzelheiten des Tatgeschehens seien zu unterschiedlich gewesen. „Dabei ging es um sehr erhebliche Dinge, um Kerngeschehen“, sagte der Richter.

Zudem habe das Opfer zunächst gesagt, es sei geschlagen und gewürgt worden, auch Haare seien ihm ausgerissen worden. Später sei die junge Frau davon abgerückt. Zudem habe sie sich plötzlich an Dinge, die sie zunächst unterschiedlich geschildert habe, gar nicht mehr erinnert.

Verurteilt wurde der Angeklagte lediglich wegen einer Körperverletzung: Er hatte im Juni 2012 einen jungen Mann verprügelt.

Quelle: HNA

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