Ronshausens Bürgermeister Markus Becker ist heute seit 100 Tagen im Amt

Auf dem kurzen Dienstweg

Wo Beruf und Privates verschmelzen: Bürgermeister, Papa und Vereinsmitglied – bei der Einweihung des neuen Entdeckerwagens vom Förderverein Naturnahe Spielplätze gingen die verschiedenen Rollen von Markus Becker ineinander über.

Ronshausen. Was seine alten Arbeitskollegen zunächst als Aprilscherz abgetan hatten – seit exakt 100 Tagen ist es Gewissheit: Vom 1. April an ist Markus Becker nun Bürgermeister der Gemeinde Ronshausen. Und das hat vieles im Leben des 37-jährigen Christdemokraten verändert.

„Das fängt schon damit an, dass ich jetzt morgens meinen ältesten Sohn Leon vor der Arbeit selbst in den Kindergarten bringen kann“, sagt er und fügt schelmisch hinzu „mein erster kurzer Dienstweg – der Kindergarten wird so täglich bestens vom Bürgermeister persönlich betreut“. In einer Minute zur Arbeit – das ist für den ehemaligen Projektmanager, der häufig im Außendienst unterwegs war, eine angenehme Erfahrung. „Eine Zeitersparnis von fünf Stunden in der Woche“, rechnet der neue Verwaltungschef vor.

Es bleibt Zeit für die Familie

Klar, die Arbeitstage sind lang, die Abende meist mit Terminen und Sitzungen belegt, und die Wochenenden gehören häufig den Vereinen. Doch im Vergleich zu seinem früheren Job sei er jetzt dennoch häufiger zu Hause – regelmäßig auswärts übernachten, das falle nun weg. „Für die Familie bleibt da durchaus Zeit“, sagt Becker. Und fügt hinzu: „Das ist aber größtenteils auch der Verdienst meiner Frau Bianca, die das Familienleben für uns Beckers hervorragend organisiert – und das ist mit zwei kleinen Kindern sicherlich nicht leicht.“

16 Tage war Markus Becker im Amt, als zum zweiten Mal Nachwuchs kam. „Mein Sohn Lenny hat somit also auch bald 100-Tägiges“, sagt der stolze Vater.

„Samstagmorgens schnell mal Brötchen holen kann schon länger dauern.“

Markus Becker

Überhaupt hat er festgestellt, dass Berufliches und Privates miteinander enger verschmelzen: „Samstagmorgens schnell mal Brötchen holen kann schon länger dauern“, berichtet er. Sorgen und Nöte der Ronshäuser höre er sich aber gerne an – auch manches Lob habe er dabei schon bekommen.

„Nach dem Rasenmähen in der Arbeitshose meine Getränke einkaufen – das mache ich auch weiterhin“, bekräftigt Becker. Auch wenn er festgestellt habe, dass er als Bürgermeister ab und an schon eher unter Beobachtung stehe. „Schließlich kennen einen im Ort nun wirklich alle“, stellt er fest.

Seine Aufgaben nimmt er gerne wahr, sagt Becker. Und dass das nicht nur eine leere Worthülse ist, merkt man ihm an, wenn er zum Beispiel von seinen neuen Geburtstagsbesuchen berichtet: „Ab 80 Jahren kommt in Ronshausen der Bürgermeister und gratuliert – das ist Tradition“, sagt er. ARTIKEL UNTEN

Von Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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