Rotenburger Hobbymaler zu Gast bei Lori Waxman

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Zu Gast auf der documenta 13: Der Rotenburger Hobbymaler Dr. Eckehard Dworok legt Kunstkritikerin Lori Waxman seine Aquarellmalerei vor. Das vordere Bild trägt den Titel: „Abstraktiv 1“, die beiden hinteren „Wolkenbildung“ (links) und „Du hier?“. 

Rotenburg / Kassel. Sechs Aquarell-Bilder hatte der Rotenburger Hobbymaler Dr. Eckehard Dworok im Gepäck, als er nach Kassel zur documenta 13 fuhr. Der 67-Jährige hat seine Werke auf der Weltkunstschau präsentiert: im blauen Haus von Lori Waxman an der Schönen Aussicht.

Die Kunstkritikerin rezensiert als Beitrag zur documenta 13 öffentlich Kunst von jedermann. Dworok war 40 Minuten bei der jungen Frau aus Chicago, die seine Malerei eingehend begutachtete und sofort in die Tastatur griff. Das Schreiben der Kritik können Zuschauer und Besucher der Kunstschau auf einem großen Fernsehmonitor verfolgen. Nur dem Rotenburger Künstler war das nicht möglich. „Ich hatte meine Brille vergessen“, schmunzelt Dworok über sein kleines Missgeschick.

Lori Waxmans Kunstkritik: Eckehard Dworok

Anfangs war der Hobbymaler „ein bisschen enttäuscht“. Das kleine Büro der Kritikerin ist in einem schlichten Container untergebracht, vor der großen Glasscheibe drängen sich draußen die Zuschauer. „Das hatte ich mir größer vorgestellt“, sagt Dworok. Dann aber zog ihn die Arbeit der professionellen Kritikerin schnell in den Bann. Waxman suchte sich eines der politischen Bilder des Rotenburgers aus: „Kernschmelze Fukushima 2012“. Die gelb-grün-giftige Farbe signalisiert Radioaktivität und Gefahr, durch eine spezielle Aquarelltechnik erreicht Dworok einen ungewöhnlichen Farbverlauf. Das imponierte der Kritikerin, die wissen wollte, wie er diese zarten Farbwolken auf seinem Bild „Gewitterwolken“ hinbekommen hat. „Das können Sie mit dem Pinsel nicht machen“, erklärt Dworok, sondern nur mit dem feinfühligen Einsatz von Wasser.

„Freundlich, adrett, fachkundig“, fand der frühere Lehrer der Beruflichen Schulen in Bebra seine Kritikerin: „Das war eine interessante Erfahrung“. Dworok hat vor fünf Jahren mit der Aquarellmalerei begonnen. Ein Malkurs als Geschenk der Ehefrau war der Auftakt für das künstlerische Schaffen des früheren Rotenburger Stadtverordneten und Kreistagsabgeordneten. Beeindruckt hat ihn an der amerikanischen Kritikerin auch: „Sie lässt sich auf jeden ein“. Deshalb erübrigt sich im Kunstkritik-Container auch die Frage, was Kunst ist. Kunst sei das, was jeder bei ihr im Container abliefert – so sieht es Lori Waxman.

Bis 9. November stellt Dr. Eckehard Dworok seine Malerei im Kreisheimatmuseum Rotenburg im Äußeren Schlosshof aus. Geöffnet Mittwoch, Freitag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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