28-jähriger Flüchtling aus Syrien operiert

HKZ Rotenburg: Kunstherz rettet Leben eines jungen Vaters

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Großes Team: Ein ganzer Stab kümmert sich am HKZ um Patienten wie Tarek Masri Mukaled (Siebter von links), dem ein Kunstherz eingesetzt wurde. Von links: Anästhesie-Oberarzt Dr. Andreas Kauss, OP-Schwester Ann-Sophie Pelz, Krankenschwester Geraldine Bohne, Facharzt Belal Rbah (Herzchirurgie), die Oberärzte Dr. Marcel Kunde und Dr. Frank Reitmeier, Kardiotechniker Philipp Hellstern, behandelnder Chirurg Oberarzt Dr. Jürgen Graff, Kardiotechniker Ben Wolf, Nicole Seifert (OP-Leitung), Nicole Krapf-Schoppau (Anästhesieleitung), Markus Achtelik (Stationsleitung Pflege), Anästhesie-Chefarzt PD Dr. Dieter Kling und Physiotherapeut Hans-Jürgen Fey.

Rotenburg. Er flüchtete zweimal vor Kriegen, dann musste ihm das Leben gerettet werden: Dem Syrer Tarek Masri Mukaled wurde am Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg ein Kunstherz eingesetzt.

Sonst wäre der 28 Jahre alte Vater zweier Kleinkinder gestorben.

Masri Mukaled ist 2012 vor dem Krieg in seiner Heimat nach Libyen geflohen. Doch Anfang Oktober 2015 wurde auch dort sein Haus zerstört, und er machte sich mit seiner Familie auf den Weg nach Deutschland. Schon da litt der junge Mann unter Herzproblemen. Sie wurden nach seiner Ankunft so schlimm, dass er in die Uni-Klinik Marburg eingewiesen wurde.

Dort wurde Masri Mukaled nach einer Lungenentzündung an eine mobile Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, mit der er im Januar ans HKZ verlegt wurde. Ein Team um Herzchirurgie Dr. Jürgen Graff setzte ihm ein „linksventrikuläres Unterstützungssystem“ ein - eine Pumpe, die das Herz bei der Versorgung des Körpers unterstützt. Das hat Masri Mukaled das Leben gerettet, sagt Graff.

Die Behandlung hat bislang etwa 200 000 Euro gekostet. Da Asylbewerber nicht krankenversichert sind, muss der Kreis Gießen, wo Masri Mukaled gemeldet ist, die Kosten übernehmen. Dabei spielt sein Aufenthaltsstatus keine Rolle. Wie bei Auftragsleistungen der Krankenkassen wird nur nach medizinischer Notwendigkeit entschieden. „Es werden alle medizinischen Leistungen übernommen, wenn es sich um eine akute Erkrankung handelt“, erklärt Pressereferent Oliver Keßler.

Inzwischen geht es Masri Mukaled wieder so gut, dass er in diesen Tagen in eine Reha entlassen werden soll. Für sein Kunstherz muss er nun ständig eine Tasche mit Steuergerät bei sich tragen. Laut Chirurg Graff könnte sich MasriMukaleds Herz aber so weit regenerieren, dass er eines Tages wieder normal leben kann. (mcj)

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