Kürzer zur Schule, früher in den Job

Berufliche Schulen: Einige Bildungsgänge verlieren an Bedeutung

Hersfeld-Rotenburg. Der zunehmende Bedarf an Fachkräften und die sinkende Schülerzahl werden dazu führen, dass einige Vollzeitschulformen an den Beruflichen Schulen an Bedeutung verlieren, erklärten die Leiterin des Staatlichen Schulamts, Anita Hofmann, und ihr Stellvertreter Gerhard Finke.

Sie stellten jetzt die neuesten Zahlen zur Entwicklung an den Beruflichen Schulen vor.

Schüler würden künftig verstärkt direkt in den Beruf gehen, ohne zuvor die zweijährige Berufsfachschule zu besuchen. „Das war früher für viele der Königsweg, um den Mittleren Bildungsabschluss zu erwerben“, erklärt Gerhard Finke. Darauf aufbauend gehen die Schüler zum Teil weiter zur Fachoberschule (FOS) oder ins Berufliche Gymnasium.

Am gesamten Übergangssystem werde zurzeit gearbeitet. Die Berufsorientierung werde immer stärker auf die Mittelstufe der allgemeinbildenden Schulen verlagert und die Mittlere Reife hier erworben.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region spiegelt sich an den Beruflichen Schulen wider. So besuchen derzeit 74 Fachkräfte für Lagerlogistik/Lageristen die Modellschule Obersberg (MSO) in Bad Hersfeld, ein Ausbildungsberuf, der hier erst seit rund sieben Jahren existiert. Die durch die gute Beschäftigungslage entstehende Kaufkraft zeigt sich an der Zahl der Verkäufer- und Einzelhandel-Azubis: Allein 65 junge Leute lernen im ersten Ausbildungsjahr und besuchen die Berufsschule an der MSO, in Eschwege sind es 40, in Witzenhausen 19 und in Bebra 14 in der Grundstufe. Alle diese Schulen gehören zum Bereich des Staatlichen Schulamts in Bebra.

Der Fachkräftebedarf ist auch der Grund für den Ausbau der Fachschulen an den Beruflichen Schulen. Um zum Beispiel den Bedarf an Erzieher/innen zu decken, wurde in Witzenhausen eine Fachschule Sozialpädagogik eingerichtet, in Bad Hersfeld gibt es eine solche seit drei Jahren. SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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