St. Jakobi: „Musik in der Karwoche“ begann am Montag mit Blockflöte und Violine

Künste und Genüsse

Spielten Kammermusik des Barock in der Rotenburger Jakobikirche: Unser Bild zeigt von links Henning Vater, Christian Zierenberg, Martin Fliege und Luise Manske. Foto: Achim Meyer

Rotenburg. Ob Gottesdienst, persönliche Andacht, Konzert oder baugeschichtliches Interesse – St. Jakobi in der Rotenburger Altstadt lohnt immer einen Besuch. Um so eher in der lobenswerten Veranstaltungsreihe „Musik in der Karwoche“, die mit barocker Kammermusik sich auf innere Werte besinnt und so auch 2014 auf den Karfreitag hinführt, den höchsten Feiertag der evangelischen Christen.

Dann sind Gesänge zur Todesstunde Jesu zu hören. Die vorherigen kurzen instrumentalen Abende (eine knappe Stunde Dauer) betonen die Welt der filigranen Künste und Genüsse. Am ersten war das Trio D-Dur des Bachschülers Johann Ludwig Krebs, 1713, vor 300 Jahren, geboren, eine Folge von Tänzen mit vorangestellter „Französischer Ouvertüre“. Der barocke Großmeister Georg Philipp Telemann setzte den Schlusspunkt mit einer Triosonate d-Moll.

Musikwettbewerb gewonnen

Trio – das meint zwei duettierende Oberstimmen, gestützt auf den durchgehenden Bass, den Basso continuo, meist mit zwei Spielern besetzt, hier für Viola da gamba und Cembalo. Irritierend zunächst, dass das Programmblatt für die führende Melodiestimme eine „Flöte“ nennt. Das ließ eine Querflöte erwarten. Tatsächlich aber ist Luise Manske Blockflötistin und eine der besten unter den jungen. Soeben hat sie mit dem Boreas-Blockflötenquartett Bremen den Deutschen Musikwettbewerb in Bonn gewonnen.

Mit dem Geiger Henning Vater, in Rotenburg stets gern gehört, gab sie eine Lektion in hell getöntem, gewandtem, treffsicherem, ebenso vitalem wie expressivem Zusammenspiel. Bezirkskantor Christian Zierenberg (Cembalo) und Martin Fliege (Gambe) grundierten es leichtgängig, Zierenberg fügte noch dezent und rokokohaft zierlich eine Sonate G-Dur des aktuellen Jubilars Carl Philipp Emanuel Bach, geboren 1714, ein. Pfarrer Michael Dorfschäfer hatte für die Bibellesungen mit Bedacht auf die beginnende Karwoche Texte aus dem Buch Jesaja, aus Psalm 27 und dem Johannes-Evangelium ausgewählt.

Nächster Termin: Heute, Mittwoch, 19 Uhr, Jakobikirche: Musik für Viola d’amore mit dem Duo Aliquot aus Eisenach.

Von Siegfried Weyh

Quelle: HNA

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