Kroker ist neuer Pfarrer der Alheimer Johanneskirchengemeinde

Dirk Kroker

Oberellenbach. Im „Porrhüüs“ im Ried, nahe der jahrhundertealten Oberellenbacher Wehrkirche, brennt wieder Licht. Pfarrer Dirk Kroker bastelt an seiner Predigt. Nach einem Dreivierteljahr Vakanz wird er am Sonntag in der Kirche zu Sterkelshausen der Evangelischen Johanneskirchengemeinde Alheim vorgestellt.

Dazu gehören seit knapp zwei Jahren die Evangelen aus Licherode, Niederellenbach, Oberellenbach und Sterkelshausen. Viel Arbeit also und viele Wünsche an den neuen Pfarrer. Allem Anschein nach aber wird sich der gebürtige Hersfelder, der in den vergangenen Jahren bei Schwalmstadt gewohnt hat, voller Elan daraufstürzen. Dabei könne er auf Vieles aufbauen, was seine Vorgänger angestoßen haben und „von vielen engagierten Menschen“ am Leben erhalten worden ist. Insbesondere „das hervorragend funktionierende Kindergottesdienst-System“ hat es ihm angetan.

Kroker ist ein Anfänger mit langjähriger Berufserfahrung. Mit fünf weiteren Kurhessen hat der 49-jährige Erzieher, Diakon und Sozialarbeiter neben seiner beruflichen Tätigkeit als einer der Ersten den an der Universität Marburg entwickelten Master-Studiengang Theologie absolviert. Das Studium soll geeigneten, mitten im Leben stehenden Kandidaten mit Beruf den Zugang zum Pfarrberuf ermöglichen.

„Das war ein Knochenjob ohne jede Auszeit, aber sehr spannend“, erzählt er. An vielen Wochenenden habe er von 9 bis 22 Uhr Vorlesungen gehört, Grundkenntnisse in Griechisch und Hebräisch erlernt und natürlich eine Masterarbeit geschrieben.

Manchmal schaut der Bartträger Dirk Kroker ein bisschen verschmitzt durch seine braun umrandete Brille. Er ist dankbar, dass er wegen seiner beiden Mischlingshunde Zwangspausen einlegen muss, weiß um die Einschnitte in seinem Leben. Dass ihn seine Frau verlassen hat, könne er nicht wegdiskutieren. Aber er sieht es positiv: „Wenn nicht alles so wäre, wie es ist, wäre ich jetzt nicht in Oberellenbach. Was ich erlebt habe, hat mich geprägt – und motiviert, den nicht immer einfachen Weg zu gehen und als Pfarrer und Seelsorger aus Überzeugung und mit Freude für andere Menschen da zu sein.“ Kroker schaut auf seine Bücherwand und redet von der christlichen Urgemeinde und wie ihre Gedanken und ihr Wirken in unsere völlig andere Zeit transportiert werden können. „Ich für meinen Teil wünsche mir eine vom Doppelgebot der Liebe geprägte, lebendige Gemeinde, in der jeder für den anderen da ist, in der jeder aber auch seine eigenen Bedürfnisse sehen darf!“ Kroker hofft, dass ihn seine Gemeinde annimmt, seine Art mag und gerne zu den Gottesdiensten kommt. Die versteht er als Gelegenheit zum Atemholen und Besinnen auf das wirklich Wichtige. Spricht’s und arbeitet weiter an seiner Predigt.

Quelle: HNA

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