Merkel: Verhandlungen laufen

FDP kritisiert Gemeinschaftspraxis Alheim

Heinebach. Der Streit um die Ärzteversorgung in Alheim schien beigelegt. Ende Januar hieß es, eine Einigung sei erzielt, um die Praxis des verstorbenen Hausarztes Dr. Walter Stegmann zu erhalten.

Nun erklärt die Alheimer FDP, diese Lösung sei hinfällig, und kritisiert die Gemeinschaftspraxis Alheim. „Uns liegt eine belastbare Information vor, dass die Gemeinschaftspraxis Alheim der Auffassung ist, das Ergebnis der Besprechung vom 23. Januar sei lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung ohne rechtliche Relevanz“, schreibt der stellvertretende FDP-Vorsitzende Sascha Braun. Daraus schließt er, dass die Einigung Makulatur sei, wonach die Praxis vorläufig vom Facharztzentrum Rotenburg betreut und langfristig von der Gemeinschaftspraxis weitergeführt werden soll. Das war zwischen den beteiligten Ärzten, der Witwe des verstorbenen Dr. Stegmann, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Patienteninitiative, die sich für den Erhalt der Praxis Stegmann eingesetzt hat, besprochen worden.

Dass dieser Konsens rechtlich nicht bindend sei, bestätigt Dr. Jörg Merkel von der Gemeinschaftspraxis. „Diese Gesprächsrunde kann doch keine Vertragsverhandlungen ersetzen“, sagte Merkel gegenüber unserer Zeitung. Aus seiner Sicht sollte das Gespräch die nach den Protesten der Patienteninitiative aufgeheizte Atmosphäre beruhigen, dafür sorgen, dass die Patientenversorgung sichergestellt ist und die Rahmenbedingungen schaffen für die Verhandlungen zwischen der Gemeinschaftspraxis und der Witwe Stegmann: „Diese Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.“

Widersprüche bestehen fort

Die FDP geht aber noch weiter: Demnach besteht die Gefahr, dass die vierte Arztstelle für Alheim vollständig verlorengeht, sollte die Gemeinschaftspraxis den Sitz nicht bis Ende März besetzen. Die Widersprüche der Witwe Stegmann und des Facharztzentrums gegen die Vergabe des Arztsitzes an die Gemeinschaftspraxis bestehen allerdings fort. Daher könnte derzeit ohnehin kein Arzt die Arbeit aufnehmen. Derzeit wird die ehemalige Praxis Dr. Stegmann vom Facharztzentrum Rotenburg betrieben. Das war Teil des Konsenses, auf den sich die beteiligten Ärzte und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen bei einem Gespräch Ende Januar geeinigt haben. Die Genehmigung für die Zweigpraxis gilt bis Ende des Jahres. Der Rotenburger Arzt Dr. Jermann-Josef Strotmann bietet mit seiner Kollegin Dr. Claudia Szabo 20 Stunden Sprechzeit pro Woche in der Praxis Am Minnstück an. „Es läuft besser als erwartet, der Bedarf einer zweiten Praxis ist definitiv vorhanden“, sagte Strotmann.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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