Erwin Schmatz bemängelt schlechte Kommunikation

Kritik an Bürgermeister: Vorsitzender der Dorferneuerung Cornberg tritt zurück

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Erwin Schmatz

Cornberg. "Ein Kampf gegen Windmühlen ist nicht zu gewinnen" die Frustration scheint bei Erwin Schmatz tief zu sitzen. Seit 2007 ist er Mitglied des Cornberger Arbeitskreises Dorferneuerung, seit mehreren Jahren der Vorsitzende. Nun hat der 70-Jährige hingeschmissen, obwohl die Dorferneuerung nun auf die Zielgerade geht.

Doch Schmatz hat nach eigenen Angaben genug, fühlt sich von der Verwaltung, namentlich von Bürgermeister Achim Großkurth, nicht ausreichend informiert, Vorhaben würden schon festgesetzt, ehe der Arbeitskreis involviert ist: "Es steht schon im Vorhinein fest, was gemacht wird. Es ist seine Dorferneuerung, es ist sein Dorfplatz, es ist sein Ort."

Schmatz nennt als eines von angeblich vielen Beispielen einen geplanten Freizeitbereich für Jugendliche. Dafür sind im aktuellen Haushaltsentwurf 30 000 Euro vorgesehen. Erfahren habe er davon aus unserer Zeitung: "Das war bisher kein Projekt der Dorferneuerung und wurde mit mir auch nie besprochen."

Schon 2012 vorgesehen

Dem widerspricht Bürgermeister Großkurth: Schon vor vier Jahren sei der Freizeitbereich im Investitionsplan für 2012 vorgesehen gewesen. Nachdem die Erneuerung des Marktplatzes vorgezogen wurde, kehrt das Dorferneuerungsprojekt nun auf die Agenda zurück. Das bestätigt Schmatz Stellvertreterin und Cornberger Ortsvorsteherin Ursel Kuhnsch. Sie kann selbst nicht nachvollziehen, weshalb Schmatz sich nicht ausreichend informiert fühlt oder glaubt, nicht frei handeln zu können. "Er hat als Vorsitzender alle Gestaltungsmöglichkeiten."

Großkurth weist die Kritik ebenfalls zurück: "Es gibt keine Vorbehalte seitens der Ämter, und es gibt auch keine Dorferneuerung des Bürgermeisters." Der Arbeitskreis sei ein beratendes Gremium, das Vorschläge machen kann. Die Entscheidung, was umgesetzt wird, liege aber bei der Gemeindevertretung.

Großkurth ärgert sich vor allem über den Zeitpunkt des Rücktritts. Am Montag trifft sich der Arbeitskreis zu einem Schluss-Brainstorming, was mit den Restmitteln der Dorferneuerung geschehen soll. Da seien noch einmal Kreativität und Ideenreichtum gefragt: "Genau in so einer Phase so ein Ding rauszuhauen, belastet den Prozess und wirft ein schlechtes Licht auf die Dorferneuerung. Das hat sie nicht verdient." (mcj)

Quelle: HNA

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