Von Krippe zu Krippe durchs weihnachtliche Ronshausen

Legen für den Ronshäuser Krippenweg letzte Hand an: Unser Bild zeigt – von links – Helfer Thomas Herden, Ronshausens Bürgermeister Markus Becker und die Initiatoren des Projekts, Edeltraud Kötter und Eugen Balduf, an der neuen Großkrippen-Station. Fotos: Gottbehüt

Ronshausen. Huch, ist bald schon wieder Weihnachten? In Ronshausen ist das nahende Fest bereits jetzt allgegenwärtig, denn der Ort verwandelt sich zur Adventszeit in ein Krippendorf.

Allüberall beschert der Ronshäuser Krippenweg, der am Freitag, 4. Dezember eröffnet wird, den Besuchern wieder Krippen in jeglicher Form und Größe. 182 Exemplare aus den verschiedensten Ländern haben Eugen Balduf und sein Team in diesem Jahr zusammengetragen. An über 50 Stationen im Ort - darunter zehn mit überdimensionalen Großkrippen - werden sie gezeigt.

Damit alles rechtzeitig fertig wird, sind der 74-Jährige, seine Frau Edeltraud Kötter und weitere Helfer wie Thomas Herden eifrig am Wuseln. „Krippen sind nun mal mein Hobby“, sagt Eugen Balduf. 70 Prozent seiner Ausstellungsstücke sind selbst gebaut - den Rest hat er aus aller Welt hinzugekauft. „Aber eine individuelle Handschrift bekommen sie alle von mir - sei es durch Umbau oder durch selbst gemalte Hintergrundbilder“, sagt Balduf.

Mit Obstkistchen angefangen

Auch mit wenig Geld sei es möglich, eine wunderschöne Krippe zu bauen, sagt er. Bei manchen habe er mit einem Obstkistchen angefangen - „später sieht man das dann gar nicht mehr“.

Auf sein Hobby gekommen ist Balduf, als er selbst eine Krippenausstellung besucht hat. „Die hat ihm so imponiert, dass ich ihm danach einen Krippenbau-Kurs geschenkt habe“, erinnert sich seine Frau Edeltraud Kötter. Das war 2008. Den ersten Krippenweg von Balduf mit damals 30 Krippen und 21 Stationen gab es dann zwei Jahre später. Seitdem ist die Veranstaltung von Jahr zu Jahr gewachsen, und immer hat sich das Paar neue Attraktionen einfallen lassen. In diesem Jahr zur sechsten Auflage ist das die „Krippengeschichte unter der Linde“. Auf der Gemeindewiese unweit der Ronshäuser Kirche haben sie diese Großstation aufgebaut, die von der Herberge über den Stall mit der Geburtsszene, den Hirten und den drei Königen auf dem Weg nichts vermissen lässt.

Seit der vierten Auflage gehört die „Zeitreise durch die Weihnachtsgeschichte in Bild und Ton“ dazu. Sie findet 20 Minuten vor jeder Führung im Haus des Gastes statt. „Eines meiner schönsten Erlebnisse hatte ich dabei mit einer Gruppe Fußballer, die in raubeiniger Stimmung hinein und äußerst andächtig wieder heraus kam“, berichtet Kötter. Für die neue Großkrippe hat Balduf bereits im Mai mit der Planung begonnen. Kein Weg war ihm dafür zu weit: Viele der 90 Zentimeter großen Figuren stammen aus Österreich.

Um die Weihnachtsstimmung im Ort noch zu unterstützen, hat die Gemeinde fünf große Kometen zur Straßenbeleuchtung angeschafft. Sie sollen entlang des Krippenweges für die passende Beleuchtung sorgen, sagt Bürgermeister Markus Becker. Sein Dank gilt auch der Bürgerstiftung des Landkreises und der Stiftung „Gutes tun“ der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die das gewachsene Projekt unterstützen. Der Bürgermeister ist froh über den Krippenweg, der Ronshausen zur Advents- und Weihnachtszeit zu einer besonderen Attraktion macht.

Zur Eröffnung des Krippenweges laden Eugen Balduf und Edeltraut Kötter für Freitag, 4. Dezember, zu einer kleinen Feier ein. Sie beginnt um 18 Uhr im Haus des Gastes und wird mit Liedvorträgen der Ronshäuser Leimendämmler untermalt. Anschließend geht es mit Fackeln zur Einweihung der neuen Großstation „Krippengeschichte unter der Linde“, wo es einen Stand mit Glühwein, Kinderpunsch oder Tee geben wird. Ein Getränk ist frei.

Von Peter Gottbehüt

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