"Aida" und "Cosi fan tutte"

Ein Krieg und eine Wette: Kontrastprogramm bei der Bad Hersfelder Oper

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Die 35. Opernfestspiele in Bad Hersfeld stehen bevor: Prof. Siegfried Heinrich als künstlerischer Direktor (Dritter von links), die Regisseure Hugo Wieg und Rainer Wenke, der musikalische Leiter Karel Mitás (rechts daneben) und Mitglieder des Ensembles freuen sich auf die Saison. Links im Bild Diana Birkel und Wolfgang Kurth von der Sparkasse, die die Oper finanziell unterstützt.

Bad Hersfeld. Mit „Aida“ von Giuseppe Verdi und „Cosi fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart versprechen die Macher der 35. Opernfestspiele in der Bad Hersfelder Stiftsruine in diesem Jahr ein Kontrastprogramm mit genialer Musik.

Vorgestellt wurden die beiden Inszenierungen und ein Großteil des Ensembles gestern bei einer Pressekonferenz, zu der der Arbeitskreis für Musik (AfM) als Träger der Oper eingeladen hatte.

Dessen Vorsitzender Alf Rothe machte auch gleich auf eine Besonderheit aufmerksam: „Wir haben in diesem Jahr so viele Mitwirkende auf und hinter der Bühne, wie nie zuvor.“ Das liegt vor allem am großen Chor in „Aida“, darunter auch Sänger und Sängerinnen des Polnischen Bachchores und des Polnischen Chores Rybnik. Das freut den künstlerischen Leiter der Opernfestspiele, Prof. Siegfried Heinrich, der auch die musikalische Leitung von „Aida“ übernommen hat, besonders. „Musik ist ein Mittel der Verständigung und der Versöhnung“, so Heinrich.

Der Konflikt zwischen Ägypten und Äthiopien zur Zeit der Pharaonen sowie die Liebesgeschichte zwischen der nubischen Prinzessin Aida und dem Heerführer Radames stehen inhaltlich im Mittelpunkt des Vierakters. „Schon bei den Proben machen mir das Orchester, der Chor und die Solisten eine große Freude“, wirbt Heinrich für die Qualität des Stücks. „Das sind Stimmen, die auch in Salzburg oder München Applaus bekämen.“ Die größte Herausforderung auf der großen Bühne in der Stiftsruine sei die Koordination. Musikalisch ist es Heinrich wichtig, die Tempi zu halten und „nicht zu überziehen“. „Süßer Kitsch“ verbiete sich.

Für die Inszenierung ist Rainer Wenke verantwortlich, der zum wiederholten Male in Bad Hersfeld dabei ist. Für die Verortung von „Aida“ sorgen Feuerschalden und Sphinx-Figuren auf der Bühne. „Die füllen den Raum wunderbar aus“, so Wenke, der „Aida“ als einmalig bezeichnet. Mit Blick auf die Konflikte und Krisen in der Welt sei die Verdi-Oper zudem brandaktuell.

Mozarts „Cosi fan tutte“ (übersetzt: So machen es alle) wird von Hugo Wieg inszeniert, musikalisch geleitet wird die Oper von Karel Mitás. Das komische Singspiel ist laut Wieg ein „Meisterwerk der Psychologie“ mit vielen Feinfühligkeiten, das allerdings allzu oft missverstanden worden sei. „Cosi fan tutte ist ein zutiefst menschliches Stück und ein Kontrastprogramm zu Aida“, so Wieg. Die Mozart-Oper spielt im Neapel des 18. Jahrhunderts und rankt sich um die Wette dreier Männer über die Treue ihrer Frauen. Mitás verspricht dem Publikum „Gänsehautmusik“, genauso wie genial wie bei „Aida“.

Während die Verdi-Oper im Vorverkauf zu 50 Prozent ausgelastet ist, liegt das Mozart-Werk erst bei 30 Prozent. Heinrich und sein Team hoffen nun auf schönes Wetter.

Von Nadine Maaz

Quelle: HNA

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