Kreiskrankenhaus Rotenburg: Ziel ist schwarze Null

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Das Kreiskrankenhaus: Es hat 165 Betten, nach dem zurzeit laufenden Umbau des C-Flügels samt dem alten Eingangsbereich, der bisher nur Funktionsräume beherbergte, gibt es zwölf weitere Betten für Patienten.

Rotenburg. Das Kreiskrankenhaus in Rotenburg will auch in diesem Jahr wieder ohne Verlust abschließen. Geschäftsführer Reiner Schickling und Verwaltungsleiter Sassan Pur erklärten, 2012 habe man eine schwarze Null erreicht, weil die Mitarbeiter auf eine Tariferhöhung verzichtet hätten und man so erforderliche Investitionen in das Haus finanzieren konnte.

Wenn die neuen Leistungen des Hauses wie die Lungenheilkunde und die Abteilung Schmerztherapie gut angenommen würden, habe man gute Chancen, das Ergebnis zu halten. Schickling: „Eine schwarze Null ist das Ziel.“ Vom zusätzlichem Ertrag müssten Investitionen finanziert werden. Außerdem werde angestrebt, den Mitarbeitern den Gehaltsverzicht zum Teil zurückzuzahlen. Noch vor Jahresende sollen die Mitarbeiter einen Teil ihres Gehaltsverzichts zurückbekommen, wenn die erwartete Sonderzahlung von der Politik so beschlossen werde.

Schickling erläuterte, 80 Prozent der Kosten seien Personalkosten, Tariferhöhungen für die insgesamt 335 Beschäftigten könne man nicht aus eigener Kraft stemmen.

Kleine Häuer wie das Rotenburger KKH leisteten wie die großen eine Rund-um-die-Uhr -Notfallversorgung für die Bevölkerung. Diese Leistungen seien ebenfalls unterfinanziert, meinte der Geschäftsführer. Hohe Aufwendungen hat das Haus zudem für Honorarärzte und „Headhunter“, die Ärzte nach Rotenburg vermitteln. 2010 zahlte man hier allein 700.000 Euro. Inzwischen arbeitet die Chirurgie aber laut Schickling mit voller ärztlicher Besetzung. Zwei offene Stellen in der Inneren Abteilung hofft man, noch in diesem Jahr besetzen zu können.

Vom Träger, dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf, erwartet das KKH in diesem Jahr 300.000 Euro Zuschuss und hofft auf weitere 350.000 Euro für medizinisches Gerät. Dass Investitionen mit Zuschüssen vom Träger und Gehaltsverzicht der Mitarbeiter finanziert werden müssten, sei ein deutliches Zeichen für die chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser, sagte Schickling und wies auf die Milliardenüberschüsse der Krankenkasssen hin.

Das KKH steigert sein Leistungsangebot und verzeichnet seit 2008 auch eine deutliche Umsatzsteigerung von 15,6 auf 18 Mio. Euro in 2012. Allein ein Prozent des Umsatzes zahle man für Versicherungsprämien, die sich teilweise verdoppelt hätten.

Gesteigerten Zuspruch der Patienten erfährt mit plus 13 Prozent seit 2012 die Chirurgie. Deutlich gestiegen sei die Zahl der operierten Darmkarzinome (Darmkrebs), ein Spezialgebiet des neuen Chefarztes Dr. Martin Oechsner. Eine leichte Steigerung verzeichnet das KKH auch in der Inneren Medizin, Onkologie, Rheumatologie, Lungenheilkunde und Gynäkologie.

Einen Rückgang an Operationen verzeichnete die Orthopädie - wie viele Orthopädien in Deutschland - vermutlich wegen der kritischen Berichterstattung, es werde zu viel operiert.

Die Zahl der behandelten stationären Fälle wird sich voraussichtlich um etwa 400 auf 7150 in diesem Jahr steigern, so erwartet Reiner Schickling. (ank)

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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