Kreiskrankenhaus ist eins von zwei Hernien-Kompetenzzentren in Nordhessen

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Spezialisiert auf Bauch- und Hernienchirurgie (von links): Dr. Petr Skala, Chefarzt Dr. Martin Oechsner und Dr. Urs Schöffel.

Rotenburg. Vom Leisten- bis zum Zwerchfellbruch: Am Kreiskrankenhaus in Rotenburg sind Patienten mit Eingeweidebrüchen, den sogenannten Hernien, gut aufgehoben.

Das Haus ist seit dem Sommer neben dem Marienkrankenhaus in Kassel eines von zwei Kompetenzzentren für Hernienchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Visceral(Bauch)Chirurgie. Es trägt das Siegel für qualitätsgesicherte Hernienchirurgie der Deutschen Herniengesellschaft.

„Das ist eine große Auszeichnung für uns“, sagt der Chefarzt der Chirurgie, Dr. Martin Oechsner. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Dr. Urs Schöffel und Dr. Petr Skala operiert er pro Jahr etwa 350 Hernien, davon etwa 240 Leistenbrüche und rund 100 komplexere Brüche.

Instabiler Bauch

Letztere sind zum Beispiel Bauchwand-Rekonstruktionen, etwa nach einer größeren Bauch-OP, wenn der Bauch nicht mehr stabil ist, die Patienten Schmerzen haben und einen krummen Rücken bekommen. Dann muss die Bauchwand operativ stabilisiert werden. Auch Zwerchfellbrüche, die Sodbrennen verursachen, werden operiert.

Patienten kommen aus einem größeren Umkreis, zum Beispiel auch aus dem Sauerland, nach Rotenburg.

Voraussetzung für die Anerkennung als Hernienzentrum ist die Teilnahme an einer großen Studie. Dabei werden alle Daten der Patienten dokumentiert - bis hin zum Nahtinstrument. In Deutschland gibt es nur 23 solcher Zentren, deren Daten ausgewertet und verglichen werden können (Benchmarking).

Intensive Prüfung

Das KKH hat sich zudem einer intensiven Prüfung unterzogen. Dabei war der Prüfer auch im Operationssaal und schaute den Chirurgen über die Schulter, inspizierte die Ausstattung und überprüfte, dass sämtliche Daten bis hin zur Nachsorge dokumentiert wurden und im Intranet des Hauses abrufbar sind.

Neben den Ärzten hat Nelli Isinger die umfangreichen Vorarbeiten zur Zertifizierung begleitet, sagt Oechsner. So bescheinigte die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Hernien dem Rotenburger Haus, „dass hier Hernienchirurgie auf hohem Niveau standardisiert durchgeführt wird“.

Im Kompetenzzentrum Hernienchirurgie am KKH in Rotenburg bilden sich regelmäßig auch andere Chirurgen in Workshops bei Dr. Oechsner auf dem Gebiet der Hernienchirurgie weiter. Der nächste Workshop ist bereits am 25. September, teilt Dr. Oechsner mit.

Quelle: HNA

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