Unterbringung in Pflegefamilien und Heimen kostet Millionen

Kreis springt ein, wenn Kinder in Not sind

Hersfeld-Rotenburg. Wenn Kinder und Jugendliche in ihren Familien gefährdet sind oder Eltern bei deren Versorgung und Erziehung unterstützt werden müssen, hilft das Jugendamt. Mitunter müssen Kinder und Jugendliche gar aus der Familie genommen werden. Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kommen solche Inobhutnahmen immer wieder vor.

„Es fällt auf, dass immer mehr Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu versorgen“, hat die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz festgestellt.

Untergebracht werden die Kinder und Jugendlichen dann in Pflegefamilien, Heimeinrichtungen oder Wohngruppen. Dabei kommt es auf die Umstände und die Diagnose an. 18 Inobhutnahmen gab es im vergangenen Jahr in Hersfeld-Rotenburg, 2010 waren es 24. Die Entscheidung, ein Kind aus der Familie zu nehmen, trifft für jeden einzelnen Fall gemeinsam die so- genannte Hilfeplankonferenz, die beim Jugendamt des Landkreises angesiedelt ist.

69 Pflegefamilien gibt es laut Künholz im Kreis. Diese werden in einem speziellen Zulassungsverfahren qualifiziert und ausgewählt. Eigene Heimeinrichtungen gibt es in Hersfeld-Rotenburg nicht, der Kreis reserviert deshalb eine feste Anzahl an Plätzen in Einrichtungen anderer Kreise, die wiederum von Trägern betrieben werden. Auch die Wohngruppen im Kreis und in der Umgebung werden von verschiedenen Trägern geführt.

Der Gesamtetat für Familienhilfe liegt im Haushaltsjahr 2012 bei 18 Millionen Euro. Davon entfallen als größter Block fast acht Millionen Euro auf die „familienersetzenden Hilfen“, also für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien, Heimen oder Wohngruppen. 2011 waren es 6,3 Millionen Euro. „Die Kosten für Jugendhilfeleistungen werden ständig diskutiert, und sie steigen beständig“, sagt Künholz. Dabei handele es sich um Pflichtleistungen des Kreises. Hintergrund, Zum Tage, Seite 2

Von Nadine Maaz

Quelle: HNA

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