Kreis schickt keine Syrer in die Freizeitstätte Steglitz-Zehlendorf

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Die Freizeitstätte ist in einem guten Zustand: Sie liegt idyllisch am Rand von Nentershausen. Foto: Dupont

Nentershausen. Seit mehr als zwei Jahren ist die Freizeitstätte Steglitz-Zehlendorf in Nentershausen nicht mehr belegt. Seit Herbst 2013 sucht die Gemeinde nach einem neuen Betreiber und neuen Belegungsmöglichkeiten. Die Überlegung, dort syrische Flüchtlinge unterzubringen, ist jetzt vom Tisch.

Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz hatte den Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes angesprochen, ob eine Unterbringung von Syrern in der Freizeitstätte denkbar sei. Das berichtete Hilmes auf Anfrage. „Die Anlage wäre für Flüchtlinge durchaus interessant“, betonte Hilmes. Ihnen stünde dort zur Beschäftigung unter anderem ein Bolzplatz zur Verfügung.

Es war angedacht worden, das Gelände für eine begrenzte Zeit an den Landkreis zu verpachten.

Nach genauer Prüfung entschied sich der Landkreis aber dagegen, in der Freizeitstätte Syrer unterzubringen. Es wären dort Investitionen in Höhe von etwa 300.000 Euro nötig gewesen, berichtete der Bürgermeister. Unter anderem hätten weitere Kochmöglichkeiten eingerichtet werden müssen. Die Elektro-Heizung hätte durch eine zentrale Versorgung mit Gas ersetzt werden müssen.

„Der Landkreis hat in anderen Orten Räumlichkeiten gefunden, die kostengünstiger für ihn sind“, betonte Hilmes.

Nach der Absage hat die Gemeinde jetzt ihre Bemühungen wieder verstärkt, die Anlage zu vermarkten. Auf verschiedenen Wegen sucht sie nach einem neuen Betreiber. Mögliche Interessenten aus unserer Region wurden auch direkt angesprochen. Bislang hat sich ein Privatmann aus Berlin unverbindlich gemeldet und sich für die Freizeitstätte interessiert. Ob das Gelände für ihn infrage kommt, ist aber noch völlig offen. Die Freizeitstätte besteht aus vier Blockhäusern mit insgesamt 40 Betten. In zwei Gemeinschaftsgebäuden gibt es weitere Schlafmöglichkeiten. Zu dem Gelände gehört auch ein kleiner Sportplatz. Auf der anderen Seite grenzt der Minigolfplatz der Gemeinde an das Gelände an.

Der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte die Anlage aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation aufgeben müssen.

Seit 1966 waren Jugendliche aus Berlin gekommen, um mal die Stadtluft zu verlassen und in Nentershausen Landluft zu schnuppern. Nentershausen bot sich damals an, weil es gleich hinter der innerdeutschen Grenze lag.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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