Land sucht weiter nach Platz für Erstaufnahmeeinrichtung

Kreis muss noch mehr Flüchtlinge aufnehmen

Könnte Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge werden: die Alheimer-Kaserne.

Rotenburg / Berlin. Die Zahl der Asylbewerber, die nach Deutschland kommen, steigt. Das Innenministerium rechnet offiziell mit 450.000 Menschen in diesem Jahr. Freitag Nachmittag hat sich deshalb die Spitze der Bundesregierung zu einem Flüchtlingsgipfel getroffen. Auch der Kreis Hersfeld-Rotenburg erwartet, dass er noch mehr Asylbewerber unterbringen muss.

Der Leiter des Fachdiensts Migration in der Kreisverwaltung, Frank Hildebrand, geht davon aus, dass die Zahl der vom Land zugewiesenen Flüchtlinge bis zum Jahresende auf 760 steigen könnte. Im zweiten und im dritten Quartal müssten insgesamt weitere 500 Unterbringungsplätze organisiert werden, berichtete er am Donnerstag in einer Bürgerversammlung in Cornberg. Auch in dieser Gemeinde will der Kreis Wohnungen anmieten.

Unabhängig davon ist die Diskussion um eine mögliche Hessische Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE), die 2016 in der dann leer stehenden Alheimer-Kaserne in Rotenburg einziehen könnte. Eine Entscheidung könnte in den kommenden Tagen in Wiesbaden fallen.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen bringt das Land ankommende Flüchtlinge unter, ehe sie auf die Kreise und Kommunen verteilt werden. Angesichts der steigenden Zahl werden die bestehende HEAE in Gießen und zwei zusätzliche geplante Einrichtungen in Neustadt (Marburg-Biedenkopf) und Büdingen (Wetterau) nicht ausreichen.

Wie viele zusätzliche EAE benötigt werden, lässt das zuständige Regierungspräsidium Gießen bislang offen. Pressesprecherin Ina Velte erinnert aber daran, dass Anfang der 90er-Jahre schon einmal ehemalige Kasernen als Unterkünfte genutzt wurden: „Hessen war und ist in der Lage, sich der ankommenden Flüchtlinge in dieser Größenordnung anzunehmen.“

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Quelle: HNA

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