Experten fürchten Nachteile

Kreis macht bei der Gästekarte nicht mit

Hersfeld-Rotenburg. Ab April wird in Teilen von Nordhessen die neue Gästekarte „MeineCardPlus“ eingeführt. Sie ist im Übernachtungspreis inbegriffen und bietet Touristen Preisnachlässe beim Eintritt in 74 Freizeiteinrichtungen und beim Busfahren.

Ziel der federführenden Grimm-Heimat Nordhessen ist es, die Besucherzahlen durch dieses Mehrwert-Angebot bis 2014 um rund zehn Prozent zu steigern. Mit dabei sind derzeit beispielsweise Willingen, die Region Edersee und Kassel.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg wird die Gästekarte nicht eingeführt, weil sich zu wenige Beherbergungsbetriebe daran beteiligen wollten. Sie verweisen auf die damit verbundenen Zusatzkosten. Tourismus-Experten hingegen warnen nun vor Nachteilen für unseren Kreis im Wettbewerb der Ferienregionen.

Bad Hersfelds Kurdirektor Christian Mayer ist von den Vorteilen einer Gästekarte überzeugt. „Mit einer solchen Karte könnten noch mehr Touristen in die Region gelockt werden“. Mayer würde gern das „wortreich“ über die Gästekarte vermarkten. Er befürchtet jetzt negative Auswirkungen auf das Buchungsverhalten möglicher Besucher. „Wir wollen aber gemeinsam mit der Grimm-Heimat im Sommer einen erneuten Anlauf starten, die Gästekarte auch hier einzuführen“, sagt Mayer. Bis dahin sollten aus den anderen Regionen belastbare Vergleichszahlen vorliegen.

Die Diskussion um die Karte möchte auch sein Kollege Stefan Hesse von der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal, in der elf Orte von Bebra, über Rotenburg bis nach Melsungen zusammengeschlossen sind, erneut anschieben. „Es wäre wünschenswert, wenn auch wir die Karte anbieten könnten“. Der Mehrwert einer „All-inclusive-Karte“ könne den Ausschlag bei der Buchung geben, glaubt Hesse. Außerdem könnten ja auch Einheimische die Vergünstigungen der Karte, die zum Tagespreis von 19.90 Euro angeboten wird, nutzen. Zum Tage, HIntergrund

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

Kommentare