Kreis Hersfeld-Rotenburg hat die wenigsten Psychotherapeuten

Hersfeld-Rotenburg. Nirgendwo in Hessen ist die Versorgung mit Psychotherapeuten schlechter als im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Laut neu erstelltem Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, der seit Anfang Juli gilt, fehlen im Kreis viereinhalb Psychotherapeuten.

Dagegen ist die Versorgung mit Hausärzten im Kreis nach Ansicht der KV zurzeit noch gut.

Lediglich im Mittelzentrum Bad Hersfeld hat die KV eine Unterversorgung von einer halben Stelle festgestellt. Überversorgt mit Hausärzten sind nach neuesten Erhebungen die Mittelzentren Bebra/Rotenburg, Heringen und außerhalb des Kreises Hünfeld. Auch im Bereich Sontra fehlt rechnerisch eine halber Hausarzt, erklärte der KV-Sprecher Karl Matthias Roth.

Zur Ermittlung des Hausarztbedarfs wird nach Angaben Roths nicht mehr der gesamte Landkreis betrachtet. Gerechnet wird jetzt mit den drei Mittelzentren Bad Hersfeld, Bebra/Rotenburg und Heringen. Die Verlegung eines Arztsitzes beispielsweise von Bebra nach Bad Hersfeld ist jetzt nur noch möglich, wenn die Versorgung vor Ort nicht beeinträchtigt wird, erklärte KV-Sprecher Roth.

Anders geht die KV bei der Ermittlung des Fachärztebedarfs vor. Dabei müssen die Patienten weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen, denn es gelten die Zahlen für den gesamten Landkreis. Danach fehlen nicht nur viereinhalb Psychotherapeuten, sondern auch eineinhalb Hautärzte.

In allen anderen Bereichen sei der Kreis überversorgt, erklärte der KV-Sprecher. Sowohl Kinder- wie auch Augen-, HNO- und Nervenärzte sowie Urologen gebe es mehr als nötig. Derzeit gibt es in Hersfeld-Rotenburg 17 niedergelassene Psychotherapeuten. Deutlich besser sei die Versorgung in Südhessen, im Kasseler Raum, aber auch im Schwalm-Eder-Kreis, wo es laut KV eine ausreichende Zahl gebe.

Quelle: HNA

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