Weihnachtsausstellung von Eckehard Dworok am Obertor

Kreative Kunst mit Kaffee und Spülmittel

Eines seiner abstrakten Motive: Eckehard Dworok neben dem Bild „Karibik“. 60 Werke zeigt der pensionierte Lehrer in seiner Weihnachtsausstellung am Obertor. Foto: Hörcher

Rotenburg. Ein dickbäuchiger Teufel starrt den Betrachter mit seinen rot funkelnden Augen an. In der Hand hält er ein Kreuz. Drei große Säulen ragen empor und ein Kronleuchter hängt an der Decke.

Ganz offensichtlich steht er in einer Kirche oder einem Dom. So sieht eines der Bilder in der Weihnachtsausstellung des Rotenburger Künstlers Dr. Eckehard Dworok aus. Es trägt den Titel „Du hier?“ „Das ist doppeldeutig gemeint“, erklärt Dworok. Zum einen könne man diese Worte als Ansprache des Betrachters an den Teufel deuten. Es könnte aber auch der Teufel sein, der einen Betrachter anspricht, der sich sonst selten in der Kirche blicken lässt.

Religiöse Motive sind eines von vielen Themen, mit denen sich Dworok in seinen Bildern beschäftigt. Etwa 60 seiner Bilder stellt der Künstler aus.Die Vernissage findet am Freitag, 22. November, ab 18 Uhr am Obertor 1 statt. Danach ist die Ausstellung bis Ende Dezember geöffnet. Jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag können die Bilder von 15 bis 19.30 Uhr betrachtet werden. Am 24. Dezember ist die Ausstellung von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Konflikt zwischen Religion

Dem Konflikt zwischen den drei abrahamitischen Religionen Christentum, Judentum und Islam hat Dworok ebenfalls ein Motiv gewidmet. „Das ist eines der großen Themen unserer Zeit“, sagt er. Zu sehen sind Kirchen, Synagogen und Moscheen, die sich einerseits voneinander abheben und andererseits ineinander verschmelzen. Darunter ist ein Schriftzug zu lesen: „Es gibt doch nur einen Gott.“

Aber auch Landschaftsmalereien, zeitgenössische Porträts und abstrakte historisch-politische Motive sind unter den Bildern zu sehen.

Viele neue Werke

In seinen Bildern versuche er, alles darzustellen, was ihn persönlich anspreche, sagt Dworok. „Größtenteils sind es neue Werke, die innerhalb des vergangenen Jahres entstanden sind“, sagt Dworok. Ein paar ältere Bilder seien auch dabei.

Ein Gemälde zeigt Thomas Edward Lawrence, den britischen Geheimagenten, Offizier und Schriftsteller, der im Ersten Weltkrieg als Lawrence von Arabien bekannt wurde. Er schleicht durch eine arabische Stadt – Dworok hat hier eine Szene aus einem seiner Bücher umgesetzt.

Unkonventionelle Methoden

Die Bilder sind mit Acryl-, Aquarell- und Fließtechnik gemalt. Seine Techniken hat sich der pensionierte Lehrer in Volkshochschul-Kursen angeeignet. Auch unkonventionelle Methoden wendet er an. So hat er ein Bild, das einen griechischen Krieger zeigt, komplett mit Kaffee gemalt. Auf einer großen Leinwand hat er abstrakte rot-schwarze Strukturen gezeichnet, und mit Spülmittel einen Teil der Farbe wieder abgewischt, um einen besonderen Effekt zu erzielen. Die Weihnachtsausstellung ist Dworoks vierte Ausstellung. Im vergangenen Jahr hat eine Kunstkritikerin auf der documenta Werke des Künstlers besprochen.

Von Marc Hörcher

Quelle: HNA

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