Neuer Kernspin-Tomograf für Radiologische Praxis im Kreiskrankenhaus Rotenburg

Per Kran in die Klinik

Magnet-Resonanz-Tomograf am Kranhaken: Das sechs Tonnen schwere und 1,2 Millionen Euro teure Diagnostik-Gerät wurde gestern in die Radiologische Praxis im Kreiskrankenhaus Rotenburg gehievt. Foto: Steinbach

Rotenburg. 1,2 Millionen Euro am Kranhaken: In der Radiologischen Praxis im Kreiskrankenhaus Rotenburg wurde gestern ein neuer Magnet-Resonanz-Tomograf (MRT) aufgestellt. Das hochmoderne Gerät soll die medizinische Diagnostik für die Patienten aus der Region weiter verbessern.

Ein Kranwagen hievte das sechs Tonnen schwere Hochtechnologie-Gerät vom Lastwagen zentimetergenau vor einen Mauerdurchbruch zur MRT-Kabine. Anschließend leisteten die Mitarbeiter einer Fachspedition Millimeterarbeit, als das hochempfindliche Gerät in die Kabine bugsiert wurde. Es wird jetzt noch annähernd zwei Wochen dauern, bis der MRT eingebaut sowie justiert ist und in vollen Betrieb gehen kann.

„Ein Radiologen-Leben dauert vier Kernspin“, sagt Dr. Johannes Flicker schmunzelnd. Es ist der dritte neue MRT des Facharztes, der seit 2004 in der Praxis im Kreiskrankenhaus arbeitet. Flicker kam damals allein, hatte fünf Mitarbeiter. Inzwischen sind fünf Ärzte und 30 Mitarbeiter in der Praxis tätig, in der jährlich annähernd 3000 Kernspin-Untersuchungen ausgeführt werden. Weil es andernorts lange Wartezeiten für solche Untersuchungen gibt, kommen die Patienten nicht allein aus der Region, sondern viele auch aus dem Werra-Meißner-Kreis und aus Westthüringen nach Rotenburg, um sich untersuchen zu lassen.

Der bisher in Rotenburg genutzte MRT sollte eigentlich nach Bad Hersfeld gebracht und dort in einer Außenstelle der Praxis weitergenutzt werden. Die Entscheidung darüber muss die Kassenärztliche Vereinigung Hessen treffen. Flicker hofft darauf, dass bis Ende Mai klar ist, ob die Außenstelle in Hersfeld aufgebaut werden kann. Derzeit müssen ambulante Patienten aus dem Bereich Hersfeld weiterhin zur MRT-Untersuchung nach Rotenburg kommen, wo es im Herz- und Kreislaufzentrum ein weiteres Gerät gibt.

Besonders stolz ist Flicker darauf, dass in der neuen MRT-Kabine angenehmere Lichtverhältnisse herrschen werden. Der Durchbruch wird nicht wieder zugemauert, sondern es wird ein Fenster und damit Tageslicht geben. Zudem sorgt eine spezielle Laserlichtanlage dafür, dass sich die Patienten bei der Untersuchung in der Magnetröhre wohler fühlen. „Damit wird Patienten die Angst genommen“, erklärt Flicker.

Die Techniker der Lieferfirma Siemens haben noch einiges zu tun, bis der neue MRT genutzt werden kann. In dem Gerät stecken 1500 Liter flüssiges Helium mit einer Temperatur von minus 235 Grad Celsius. Damit wird der Hochleistungsmagnet gekühlt. Um das Helium auf Niedrigtemperatur zu halten, wird ein eigenes Kühlaggregat benötigt, das rund um die Uhr läuft. Allein die Stromkosten dafür betragen rund 30 000 Euro jährlich.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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