Kooperation mit Fulda: Lungen-OPs am HKZ

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Kliniken arbeiten zusammen: von links Privatdozent (PD) Dr. Ardawan Julian Rastan, Dr. Joachim Stumpner, Peter Klufmöller, PD Dr. Hilmar Dörge, HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert, PD Dr. Thomas Menzel vom Vorstand des Klinikums Fulda.

Rotenburg/Fulda. Patienten mit Lungenproblemen bleiben künftig viele Unannehmlichkeiten und lange Wege erspart: Die Spezialisten von der Thoraxchirurgie des Klinikums Fulda werden künftig auch im Herz- und Kreislaufzentrum operieren.

Am Freitag eröffneten die Beteiligten vom Klinikum Fulda und dem HKZ offiziell die Thoraxchirurgie in Rotenburg. Zwischen Fulda und Kassel gibt es damit die einzige weitere Lungenchirurgie in Rotenburg.

Die Bereiche Kardiologie, Kardiochirurgie und Neurologie hatte man im HKZ Anfang Juli 2011 durch die Einrichtung einer pneumologischen Abteilung weiter gestärkt. Jetzt folge als nächster Schritt die neue lungenchirurgische Abteilung, erläuterten der HKZ-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Klufmöller und Geschäftsführer Guido Wernert.

An einem Tag in der Woche sollen am HKZ gemeinsam Operationen an Lunge und Rippenfell vorgenommen werden, erklärten Privatdozent (PD) Dr. Hilmar Dörge (Fulda) und Dr. Joachim Stumpner vom HKZ. Man brauche bei Lungenerkrankungen zur Diagnose und Therapie einen chirurgischen Partner. Der habe sich kongenial mit den Spezialisten aus Fulda ergeben. Die beiden Ärzte sowie der Chefarzt der Herz- und Gefäßchirurgie am HKZ, PD Dr. Ardawan Julian Rastan, kennen sich aus Göttinger Zeiten. Die lungenchirurgischen Betten werden in der kardiochirurgischen Abteilung angesiedelt. Los geht es mit OPs nach Pfingsten.

Dann kann am HKZ zum Beispiel eine chirurgische Lungenbiopsie vorgenommen werden, um Lungengewebe zu entnehmen und genau untersuchen zu können. Das gelte auch für Patienten aus dem Kreiskrankenhaus Rotenburg oder dem Klinikum Bad Hersfeld. Lungenkrebs wird allerdings weiter nur in Fulda operiert.

Die Kooperation von Krankenhäusern werde vom Land Hessen gewünscht, erklärten PD Dr. Thomas Menzel vom Vorstand des Fuldaer Klinikums und Peter Klufmöller. Das Fuldaer Klinikum ist ein Haus der Maximalversorgung und Anlaufstelle für 500.000 Menschen in der Region. Mit dem neuen Angebot am HKZ wolle man die Patienten wohnortnah versorgen, sagte Dr. Menzel. Dadurch entfallen auch Doppeluntersuchungen.

Dr. Rastan sagte, man verfüge vor Ort schon über lungenchirurgische Erfahrung, Personal und Instrumente. Im Bereich der Neurochirurgie und Radiologie kooperiere man schon mit Fulda. Es gebe hier eine telemedizinisches Netzwerk.

Am HKZ hat man schon das nächste Ziel vor Augen: Angestrebt wird eine pulmologische Reha (Atemwegserkrankgungen) auf dem Berg.

Erkrankungen der Bronchien und der Lunge, etwa Tumoren, nehmen ständig zu, vor allem auch bei Frauen. Gründe sind das Rauchen, auch das Passivrauchen. Drastisch nimmt zudem die chronisch obstruktive Bronchitis zu, erklären die Ärzte.

Quelle: HNA

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