In Wildecker Bürgerversammlung ging es um die Sicherheit des Grundwassers

Kontrolle durch Bohren

In der Bürgerversammlung in Bosserode informierten sich die Besucher über die Auswirkungen vom Versenken der Salzabwässer auf das Grundwasser in der Gemeinde Wildeck. Fotos: Vöckel

Bosserode. Durch das Versenken der Salzabwässer der K+S AG durch das Plattendolomit sei das Grundwasser nicht beeinträchtigt worden. Das hätten regelmäßige Kontrollen durch Fachbehörden und K+S ergeben.

Diese Aussage machten der Leiter des Werkes Werra, Dr. Rainer Gerling, und der Geologe Dr. Wolfgang Beer von K+S bei einer Bürgerversammlung. Ist unser Wasser sicher? Diese Frage bewegte die Besucher des Treffens in Bosserode. Offiziell ging es um Informationen über Grundlagen und Ergebnisse der bisher auf dem Gebiet der Gemeinde Wildeck von K+S unternommenden Tiefenbohrungen.

Bis 335 Meter tief

„Wir bohren nicht nach Öl, obwohl die Türme das vermuten lassen. Wir legen zusätzliche Messstellen an“, erläuterte Gerling. Es gebe drei im Bereich von Obersuhl und eine bei Hönebach. Deren Tiefe zur Überwachung des Grundwassers betrage bis zu 335 Meter. Drei Bohrungen reichten bis in den unteren Buntsandstein, eine bis in den oberen Zechstein.

Auch Verwerfungen dieser Schicht durch Erdbeben seien in der Region nicht zu erwarten, sagte Dr. Wolfgang Beer. Selbst der 1989 in Wildeck sehr heftig wahrgenommene Bergschlag habe keine Auswirkungen auf das Grundwasser gehabt. Das werde auch durch Regen erneuert. Im Bereich der Gemeinde Wildeck komme zudem der Zufluss von Grundwasser aus dem Richelsdorfer Gebirge in Richtung Werra in den Gesteinsschichten hinzu.

Insgesamt unterhalte K+S 300 Messstellen zur Kontrolle des Grundwassers.

„Kann das Grundwasser durch die Bohrungen durch die verschiedenen Gesteinsschichten beeinträchtigt werden?“, fragte ein Besucher. Das schloss Dr. Wolfgang Beer aus. Die Bohrungen würden abgedichtet. Dr. Kurt Schreiner fragte nach der Gefährdung der Trinkwasserquellen durch die Salzabwässer. „Durch unser Tun sind die nicht gefährdet“, antwortete Werksleiter Gerling. Martina Selzer wollte wissen: „Wer kommt für den Schaden auf, wenn er durch das Versenken von Salzabwasser entsteht?“ Klare Antwort des Werksleiters: „Wir!“

Zur Entlastung möchte K+S eine Pipeline bis zur Nordsee bauen. Der Antrag werde gestellt. Doch Niedersachsen sei bislang strikt dagegen. „Flüsse sind Bundeswasserstraßen. Verlegen Sie die Leitung doch in der Werra und der Weser“, regte ein Besucher an. Antwort: „Das ist nicht möglich wegen der Hindernisse durch Wehre und Staustufen. Angestrebt wird das Verlegen an den Füssen entlang.“

Nicht zurück in den Berg

Vorgeschlagen wurde auch, das Haldensalz wieder in den Berg zurück zu bringen, um die Salzabwässer aus diesem Bereich zu minimieren. Das werde aber an den Kosten scheitern. Auch als Streusalz sei das sehr grobkörnige Haldensalz nicht geeignet.

Das Unternehmen K+S ist nach den Worten der beiden Referenten weiterhin bestrebt, durch beträchtliche Investitionen die Menge der Abwässer zu verringern und die Umwelt zu entlasten. (zvk)

Quelle: HNA

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