51 Beamte im Einsatz

Polizei kontrollierte Fernbusse, Insassen und Gepäck in Kirchheim

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Polizeikontrolle in Kirchheim.

Kirchheim. Zum ersten Mal kontrollierte das Polizeipräsidium Osthessen ausschließlich nationalen und internationalen Fernreiseverkehr.

Am Donnerstag wurden von 15 bis 22 Uhr insgesamt sieben Fernbusse von den Autobahnen gezogen und in Kirchheim auf Herz und Nieren geprüft. Neben dem technischen Zustand der Busse standen vor allem Personenkontrollen der Reisenden, Gepäckinspektionen und das Einhalten der Lenk- und Ruhezeiten seitens der Busfahrer im Mittelpunkt der Kontrolle. Bei den sieben Fahrzeugen und deren Insassen konnten keine Verstöße festgestellt werden.

Das Signal seines Funkgeräts lässt Mario Dinter aufhorchen. Ein kurzes Rauschen, aus dem mit viel Fantasie einzelne Worte herauszuhören sind, dringt aus dem kleinen Apparat am Kragen des Einsatzleiters. Der Funkspruch kündigt den nächsten Bus in zehn Minuten an.

Mario Dinter ist 44. Er ist verantwortlich für die Fernverkehrskontrolle auf dem MAN-Gelände in Kirchheim. Der gebürtige Erfurter begann seine Laufbahn vor 26 Jahren mit der Ausbildung in Osthessen. Seit 1996 ist er bei der Autobahnpolizei. Auf der Straße hat er schon so einiges erlebt.

„Wir haben mal einen Reisebus angehalten, dessen Luftfederung auf der rechten Seite komplett ausgefallen war. In jeder Kurve dachten wir, der kippt gleich um. Zum Glück waren da keine Passagiere an Bord. Der wollte so noch nach Dresden fahren.“

Doch die heutige Kontrolle ist auch für ihn Neuland. „Wir kontrollieren zum ersten Mal nur Reisebusse. Mit einer Streife wäre das gar nicht machbar. Da brauchst du ein großes Team.“

Ein gelber Postbus biegt auf das Industriegelände ein. Er wird von einem Polizeiwagen vor die Einsatzzentrale gelotst. Routiniert betritt Dinter den Bus und erklärt den Passagieren mit ruhiger Stimme, was als nächstes geschieht. Seine Ausgeglichenheit überträgt sich auf die Atmosphäre unter den Fahrgästen. Obwohl die Kontrolle beinahe eine Stunde dauert, da der Zoll jedes Gepäckstück einzeln, die Kripo die Ausweise der Reisenden und Mitarbeiter der Dekra das Fahrzeug auf technische Mängel inspizieren, bleiben die Passagiere entspannt. Sie zeigen Verständnis für die Kontrolle. Auch als sich die Wartezeit noch verlängert, weil eine Reisende keinen gültigen Ausweis dabei hat, bleiben die Fahrgäste gelassen.

Mario Dinter springt derweil von Station zu Station, koordiniert Kollegen und Fahrgäste und gibt Auskünfte. Nachdem alle Untersuchungen und Befragungen abgeschlossen sind und keine Auffälligkeiten an Bus oder Passagieren festgestellt werden konnten, gibt Dinter dem Fahrer das Signal zum Weiterfahren.

„Es geht uns um die Sicherheit der Fahrgäste. Gerade im Linienverkehr wird es mit den Lenk- und Ruhezeiten oft eng. Die meisten Unfälle geschehen entweder aufgrund eines technischen Defekts, oder eben durch Fehler des Fahrers. Häufig ist Übermüdung die Ursache.“ Um solche Unglücke zu verhindern, ist Mario Dinter im Einsatz.

„Was uns am Herzen liegt, ist die Verkehrssicherheit. Und dafür sind auch Reisebusse mal einer Kontrolle würdig.“ Vier Busse wurden bereits kontrolliert – ohne Ergebnis.

Für die späten Abendstunden werden Scheinwerfer aufgestellt. An diesem Tag wird es zwar nichts mehr zu beanstanden geben, doch der alte Hase Mario Dinter weiß, dass immer noch zu viele Busse durch das Raster fallen.

Quelle: HNA

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