Kolibakterien: Rotenburger Trinkwasser wird noch eine Woche lang gechlort

Rotenburg. Die Rotenburger und Lispenhäuser müssen noch nächste Woche mit gechlortem Wasser leben. Das erklärte der Leiter der Stadtwerke, Stephan Heckeroth, am Donnerstag auf Anfrage.

Das Chloren war vom Gesundheitsamt angeordnet worden, nachdem Mitte Oktober Kolibakterien im Trinkwasser entdeckt worden waren. Daraufhin gab es für wenige Tage auch die Empfehlung, das Wasser vor dem Trinken abzukochen - wir berichteten.

Den Hinweis auf eine Belastung durch Kolibakterien hatten die Stadtwerke von privater Seite bekommen, sagte Heckeroth. Kliniken, Schulen, Hotels, Jugendherbergen und auch die Bundeswehr müssten genau wie die Stadtwerke ihr Wasser regelmäßig untersuchen lassen. Es komme vor, dass eine erhöhte Bakterienbelastung auch nur im internen Netz festgestellt werde, die betroffenen Einrichtungen informierten dann die Stadtwerke, die daraufhin ihre Netze überprüfe. Bislang gab es noch keine Belastung des Rotenburger Trinkwassers durch koliforme Keime und E-Koli-Bakterien im öffentlichen Netz.

Der Hinweis war am 16. Oktober an die Stadtwerke gegangen, daraufhin wurden Proben entnommen und untersucht. Die Bestätigung sei am 18. Oktober bei den Stadtwerken eingegangen, die daraufhin die Öffentlichkeit informiert und mit Verhaltenshinweisen versehen hatten.

Wie die Bakterien ins Trinkwassernetz gekommen sind, sei bis heute noch nicht geklärt, sagte Heckeroth. Der Brunnen der Stadt, der auch Schwarzenhasel und Lispenhausen mit Trinkwasser versorgt, befindet sich am Silberberg in Rotenburg. Schwarzenhasel wurde gleich an das Versorgungsnetz der übrigen Haselgrunddörfer angeschlossen. Die werden über eine Quelle in Seifertshausen versorgt.

In der Alheimer-Kaserne war die Keim-Belastung bereits am 15. Oktober bundeswehrintern bei einer Routinemessung festgestellt worden, erklärte der Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 286, Oberstleutnant Lando Pietsch, auf Anfrage. Man habe daraufhin die Hygienemaßnahmen hochgefahren und entsprechende Anweisungen an die Einheiten ausgegeben. Den Soldaten sei Mineralwasser zum Trinken ausgegeben worden, man habe ihnen auch angeboten, zum Duschen das Hersfelder Hallenbad zu nutzen; in der Kaserne wurden die Leitungen gespült und gechlort.

Dass im Sanitärbereich der Kasernen-Sporthalle Legionellen, eine gefährliche Bakterienart, aufgetreten seien, stimme nicht, sagte der Oberstleutnant zu einem in Rotenburg kolportierten Gerücht.

Quelle: HNA

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