Schutzpatronin der Bergleute: Barbarafeier in der Kirche zu Nentershausen

29 Knöpfe und Tzscherper

Trugen die Legende von der heiligen Barbara vor: von links Heiner Schmidt, Georg Lorenz und Heinz Probst. Fotos:  Hubele

Nentershausen. Zur Barbarafeier in der evangelischen Kirche zu Nentershausen kamen die Bergleute in ihrer schwarzen Uniform mit den 29 Knöpfen, die das Alter symbolisieren, in dem die heilige Barbara einst starb. Sie wurde die Schutzpatronin vieler Berufsgruppen, neben den Bergleuten auch die der Feuerwehrleute, Maurer oder Schmiede.

Neben Bürgermeister Ralf Hilmes, der selbst einmal Bergmann war, nahmen drei junge Männer aus Nentershausen an der Feier teil, die gerade mit ihrer Ausbildung zum Bergmann begonnen haben: „So wollen wir die Tradition einmal fortführen“, freute sich Hilmes, auch wenn sich heute der Bergmann Tiefbautechniker und Tiefbohrtechniker nenne.

Der Posaunenchor aus Obersuhl und der Männergesangverein Nentershausen gestalteten die Barbarafeier musikalisch, der katholische Pfarrer Joachim Hartel und seine evangelische Kollegin Annette König führten durch den Gottesdienst. Heiner Schmidt, Georg Lorenz und Heinz Probst vom Heimat- und Bergbaumuseumsverein erzählten von der Legende der heiligen Barbara. Beim anschließenden Tzscherperessen wurden Martin und Erna Blach sowie Stefanie Hollstein für 25 Jahre Mitgliedschaft im Heimat- und Bergbaumuseumsverein geehrt.

Das Tzscherperessen ist nach dem Messer benannt, das jeder Bergmann mit sich trug, erklärte Heinz Probst. Zu Zeiten, in denen die Bergleute nicht mit dem Aufzug, sondern per Leiter in den Schacht fuhren, lagen auf jeder Sohle Leitersprossen. Mithilfe des Tzscherpermessers konnten kaputte Sprossen sofort gegen intakte ausgetauscht werden. Das Messer diente genauso zum Anspitzen der Kienspäne und zum Essen. Das seit alters her übliche Bergmannsessen bestand aus Speck und Brot.

Im Nentershäuser Jugendheim wurden zum Tzscherper-essen Wurst, Brot und Gurke serviert – und allen schmeckte es. (zzh)

Quelle: HNA

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