Cornberg wird 75 Jahre alt

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Das Chronik-Team, das vier Jahre lang geforscht und geschrieben hat: sitzend vorn Madeleine Tatsch, links, Margarete Gutwein, hinten von links: Ulla Kuhnsch, Helmut Scheffer, Elfriede Rösler, Renate Simon, Regina Klose, Beatrice Griese, Willi Simon, Regina Panitz-Itter, Helmut Reker, Renate Funck, Achim Großkurth und Mario Darmann. Es fehlt Altbürgermeister Heinz Moch.

Cornberg. Der Ort wird 75 Jahre alt - sehr jung für eine Gemeinde. Sehr jung auch, wenn man weiß, dass Cornbergs Wurzeln aus Sandstein sind und im Erdaltertum beginnen.

Jetzt, da sich das Dorferneuerungsprogramm dem Ende zuneigt, liegt die Chronik von Cornberg vor - 592 Seiten stark. Die Auflage beträgt 700 Exemplare.

Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins haben vier Jahre lang Material gesammelt, gesichtet und sprachlich sowie bildlich auf den Punkt gebracht. Außerdem wurden viele Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Altbürgermeister Heinz Moch hatte das Gerüst für die Chronik erarbeitet, Grafiker Helmut Scheffer hat die Datensammlung attraktiv in Form gegossen.

„Wir hatten uns die Arbeit leichter vorgestellt“, räumt Vereinsvorsitzende Renate Simon unumwunden ein. „Es war schwierig, den roten Faden zu halten, weil die Geschichte eben so vielschichtig ist.“

Angefangen haben die Geschichtsfreunde bei Null, wie sie erzählen. Null - das bedeutet im Cornberger Fall die Entstehung des bekannten Sandsteins, der zahllosen Gebäuden der Region, natürlich auch der Siedlung Cornberg selbst, als Fundament diente und dessen angenehme warme Farbe auch zu einem optischen Leitmotiv der Chronik wurde.

Die „Zeitreise durch Cornberg“ - so lautet der Titel des aufwendig gestalteten Buches - informiert über prähistorische Fährten und natürlich über den Kupferschiefer, der letztendlich zur Gründung der Siedlung geführt hatte. Der Abbau des Kupferschiefers galt als kriegswichtig, deshalb entschied sich das nationalsozialistische Regime für die sytematische Besiedlung der Region. Ähliche ringförmige Wohnsiedlungen gibt es auch in Sontra und Nentershausen.

Baubeginn war 1938, die ersten Bewohner zogen 1940 in Häuser an der Straße Im Tälchen. Das war auch die Zeit, als sich die Siedlergemeinschaft gründete, die Anfang August gemeinsam mit der Gemeinde das 75-jährige Bestehen feiern will. Weitere Gebäude wurden bis 1944 bezugsfertig.

Das Cornberg von heute ist unmittelbar mit dem Kloster verbunden. Natürlich nimmt auch die Geschichte des Klosters und der früheren Domäne einen breiten Raum in der Chronik ein. 1954 wurde Cornberg zur selbstständigen Gemeinde, mit der Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre entstand die Großgemeinde Cornberg, zu der Rockensüß und Königswald gehören.

Was hier wie ein Parforceritt durch die Geschichte wirkt, wird in 26 Kapiteln detailliert und mit vielen Originaltexten beschrieben. Grafiker Scheffer nennt die Chronik Vielfaltsbuch: Geschichtsbuch, Geologiebuch und Werbung für einen ganz besonderen Ort.

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Quelle: HNA

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