Organ durchs „Schlüsselloch“ entfernt

Klinikum Bad Hersfeld ist Vorreiter bei neuer Methode für OPs an Bauchspeicheldrüse

Bad Hersfeld. Am Klinikum Bad Hersfeld ist kürzlich mithilfe einer Schlüsselloch-Operation eine komplette Bauchspeicheldrüse samt Zwölffingerdarm entfernt worden. Damit gehört die Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie weltweit zu den Vorreitern, die einen solchen Eingriff minimal invasiv erfolgreich vornahmen.

Normalerweise wird für diese Operation ein großer Bauchschnitt gemacht. Eine OP wie am Klinikum wurde bisher in Deutschland nur in Freiburg vorgenommen, weltweit erst 17-mal. Der Tumor wurde in einem frühen Stadium erkannt. Es gehe dem 80-Jährigen den Umständen entsprechend gut, erklärten Privatdozent Dr. Peter Vogel, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-invasive Chirurgie, und Privatdozent Dr. Michael Keymling, Chefarzt der Gastroenterologie und Hepatologie (Krankheiten der Verdauungsorgane Magen/Darm/Leber/Galle).

Mit einem hochsensiblen Endosonografiegerät (Ultraschall im Körperinnern) habe man im Hauptgang der Bauchspeicheldrüse Veränderungen festgestellt, die als Krebsvorstufen gelten, erläuterte Keymling. An einer Stelle habe sich ein bösartiger Tumor darstellen lassen. Das Gerät sei eines der modernsten auf dem Markt. Man arbeite mit Farbdarstellung, könne die Gewebedichte beurteilen und mit feinen Nadeln Gewebe entnehmen. So konnte eine frühe Diagnose gestellt und minimal invasiv mit deutlich vermindertem Risiko operiert werden. Vorteile des schonenden Eingriffs, der über wenige kleine Schnitte erfolgte, sind die geringe Verletzung, geringerer Blutverlust und die kürzere Erholungszeit.

Etwa 80 Prozent aller OPs am Klinikum werden minimal invasiv vorgenommen. Zum ersten Mal jedoch habe man eine komplette Bauchspeicheldrüse auf diese Weise entfernt und dabei auf die langjährige Erfahrung bauen können, so Vogel.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

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Quelle: HNA

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