Klinikum, HKZ und Kreiskrankenhaus verhandeln

Nun doch: Gespräche zu Klinik-Fusion im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Hersfeld-Rotenburg. Eine Fusion des Klinikums Bad Hersfeld, des Herz- und Kreislaufzentrums (HKZ) Rotenburg und des Kreiskrankenhauses (KKH) in Rotenburg scheint doch wieder möglich.

Für den heutigen Freitag hat Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt die Verantwortlichen der drei Häuser zu einem Gespräch eingeladen. „Kreisinterne Fusionsüberlegungen“ sollen das Thema sein.

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Man wolle dem Wunsch des HKZ und des Kreiskrankenhauses entsprechen, in Gespräche mit dem Klinikum Bad Hersfeld über eine kreisinterne Krankenhausgesellschaft einzutreten, heißt es im Schreiben des Landrats an die drei Kliniken, das unserer Zeitung vorliegt. In den Beratungen wolle man klären, ob und wie eine Klinikgesellschaft für Hersfeld-Rotenburg gestaltet werden könnte.

Der Einladung gingen bereits vor Monaten eingeleitete Fusionsgespräche mit dem Klinikum in Fulda und dem Alsfelder Krankenhaus (Vogelsbergkreis) voraus. „Die Verhandlungen mit Alsfeld und Fulda werden dazu bis zum Jahresende 2014 hingeschoben“, erklärt der Landrat in dem Schreiben. Allerdings ist für die kreisinternen Gespräche nur eine vergleichsweise kurze Zeitspanne eingeplant. Für den Fall, dass eine tragfähige gemeinsame Klinikstruktur gefunden werde, sollen beschlussreife Entscheidungsvorlagen bis Anfang Dezember 2014 erarbeitet sein.

Vor dem morgigen Treffen wollte sich Landrat Schmidt nicht zu den Fusionsverhandlungen äußern. Auch der Geschäftsführer des Klinikums, Martin Ködding, wollte im Vorfeld keine Stellungnahme abgeben.

HKZ-Geschäftsführer Ulrich Hornstein sagte, man halte eine Kreislösung für machbar und wolle zu einer solchen beitragen. Auch das KKH ist nach den Worten von Geschäftsführer Reiner Schickling an einer Kreislösung interessiert und will ernsthafte Gespräche führen. Die drei Krankenhäuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben unterschiedliche Träger: Während das Klinikum eine GmbH in 100-prozentiger Trägerschaft des Kreises ist, befindet sich das HKZ in privater Hand. Allerdings hält der Kreis einen Anteil am HKZ von 12,5 Prozent. Viele der über 800 Kommanditisten kommen aus der Region.

Träger des Kreiskrankenhauses ist der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf. Die beiden Rotenburger Häuser schreiben schwarze Zahlen, das Klinikum erwirtschaftet seit 2011 jährliche Verluste von zwei bis 2,5 Millionen Euro. Als Grund nannte Geschäftsführer Ködding stagnierende Patientenzahlen und hohe Tarifsteigerungen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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Quelle: HNA

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