Neue Küche für Herz- und Kreislaufzentrum: Klinik investiert zwei Millionen 

+

Rotenburg. 40 Jahre ist das HKZ alt, und genauso alt ist seine Küche. Doch damit ist jetzt Schluss: Das Herz- und Kreislaufzentrum erhält für zwei Millionen Euro eine komplett neue Küche. Gut fünf Monate dauern die Arbeiten, die die Klinik vor zahlreiche Herausforderungen stellen.

Seit Jahresbeginn wurde die Küche entkernt inklusive Belüftungstechnik und Kanalisation, berichtet HKZ-Versorgungsleiter Uwe Gathmann. In vier Jahrzehnten ist die Küche an vielen Stellen an neue Anforderungen angepasst worden, doch die Grundstruktur blieb: "Jetzt kommt alles raus und wird auf den neuesten Stand gebracht." Die Küchenzeile wird um 90 Grad gedreht eingebaut, um die Arbeitsabläufe effektiver zu machen. "Es geht aber nicht darum, durch Synergieeffekte Personal zu sparen", betont HKZ-Geschäftsführer Ulrich Hornstein.

Vielmehr will die Klinikküche gewonnene Kapazitäten nutzen, um externe Kunden wie Firmen und Schulen mit gesunden Speisen beliefern zu können. Bis Ende Mai alles fertig ist, arbeiten die 110 Voll- und Teilzeitkräfte unter erschwerten Bedingungen. Die 800 Mahlzeiten pro Tag werden seit 6. Januar in der Küche der benachbarten Rodenbergklinik zubereitet. Nebenräume wurden gemäß den Hygienevorschriften hergerichtet, mikrobiologische Untersuchungen stellen sicher, dass das Interimsessen in Ordnung ist. "Wir mussten uns von 1600 auf 360 Quadratmeter verkleinern", sagt Gathmann, der vom Einsatz seiner Mitarbeiter begeistert ist: "Sie stehen wie eine Wand dahinter."

Auch die Lieferanten leisteten einen Beitrag, die Umbauphase zu überbrücken. Sechs- mal pro Woche werden Lebensmittel nun gebracht, bei Bedarf sogar zweimal täglich, um die Lagerhaltung zu reduzieren, erklärt Gathmann: "Der Umbau ist eine riesige logistische Herausforderung." Zwar hat der Küchenchef die Essensvielfalt etwas reduziert, trotzdem bietet das HKZ seinen Patienten auch derzeit ein abwechslungsreiches Speisenangebot inklusive der zertifizierten Herz- und Kreislauf-Vitalkost. "Für Reha-Patienten, die länger bleiben, ist das Essen ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Auswahl der Klinik", sagt Geschäftsführer Hornstein. Der Speisesaal wird auch während des Umbaus ganz regulär genutzt. Er ist durch eine Wand aus Plastikplanen von der Küche abgeschirmt, Unterdruck in der Küche sorgt dafür, dass der Staub dort bleibt. Während der Essenszeiten ruhen die Arbeiten. "Das macht es nicht einfacher", sagt Gathmann. 

Etwa zwei Millionen Euro investiert das HKZ in den Umbau. Das Geld stammt aus Eigenmitteln, Fördergeld gibt es nicht, betont Hornstein. Die Pläne stehen bereits seit 2009, doch zunächst hatten die Investitionen in den Hybrid-OP und das neue MRT Vorrang. Bis zur Feier des 40-jährigen Bestehens im Sommer soll nun aber alles fertig sein. 

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

Kommentare