Forscher: Winterschäden treiben Kosten um 50 % in die Höhe

Der Klimawandel reißt Löcher in die Straßen

Hersfeld-Rotenburg. Der Klimawandel ist auch in unserer Region spürbar. Es wird wärmer und Extremwetterlagen werden zunehmen, sagen Experten. Auf die Kommunen und auch den öffentlichen Nahverkehr kommen deshalb zusätzliche Belastungen in Millionenhöhe zu, sagt der Verkehrswissenschaftler Professor Dr. Helmut Holzapfel von der Universität Kassel.

Schon in den nächsten Jahren könnten allein die jährlichen Unterhaltungskosten für die Straßen aufgrund zunehmender Winterschäden um 50 Prozent steigen. In diesem Jahr sind im Landkreis Hersfeld-Rotenburg annähernd 20 Millionen Euro für die Instandhaltung der Straßen vorgesehen. Nach einem problematischen Winter könnten 30 Millionen Euro im Jahr erforderlich sein.

Paradoxerweise werden mehr Löcher und Risse in den Straßen auftreten, obwohl weniger strenge Frostperioden vorkommen: „Vor allem der Frost-Tau-Wechsel macht die Straßen kaputt“, sagt Holzapfel, der im Rahmen des Klimzug-Projekts die Einflüsse des Klimawandels auf den Personenverkehr in Nordhessen erforscht.

Auch die Gefahr für Hochwasserereignisse nehme zu, sagt Holzapfel und verweist auf einschlägige Studien: „Hier sind Untersuchungen über die Risikowahrscheinlichkeit angebracht. Diese Gefahren sind nicht zu unterschätzen.“

„Erheblichen Nachholbedarf“ sieht Holzapfel auch beim öffentlichen Personennahverkehr. So müsse vorrangig die gesamte Hauptflotte der Busse und Bahnen mit Klimaanlagen ausgestattet werden, um die Passagiere vor Hitzebelastungen im Sommer zu schützen. Vor allem Haltestellen in ländlichen Gebieten sollten außerdem mit Wetter- und Sonnenschutz ausgestattet werden, empfiehlt er. „Wir müssen mit diesen Veränderungen umgehen und uns darauf einstellen“, fordert Holzapfel. (ach) ZUM TAGE

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Von Martina Heise-Thonicke

Quelle: HNA

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