Kleines Wunder der Technik: THW sorgt mit neuer Anlage für reines Wasser

Rotenburg. Gibt es irgendwo Probleme mit dem Trinkwasser, kann der vergleichsweise kleine THW-Ortsverband Rotenburg jetzt wieder seine große Stärke richtig zur Geltung bringen: Die neue Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser ist die modernste ihrer Art und ein kleines Wunder der Technik.

Die Anlage wurde dem Ortsverband am Samstag übergeben. Die Anlage ist in der Lage, aus verschmutzem Bach- oder Flusswasser reines Trinkwasser nach der Deutschen Trinkwasserverordnung herzustellen. Das produzierte Trinkwasser kann dann nicht nur - wie bei den alten Anlagen - an Zapfstellen an die Bevölkerung ausgegeben werden, sondern sogar in die Leitungen der örtlichen Versorger eingespeist werden. Zum Einsatz kommen könnte die neue Anlage zum Beispiel, wenn ein Brunnen, aus dem ein Ort versorgt wird, durch Keime schwer verunreinigt ist. Das erläuterte Bejamin Günther, der Gruppenführer der Fachgruppe Trinkwasserversorgung.

Dann würde die Anlage zwischen den verunreinigten Brunnen und das Ortsnetz geschaltet. So wäre die Versorgung der Bevölkerung gesichert, bis der örtliche Anbieter seine eigene Versorgung wieder sicherstellen kann.

„Mit der Anlage kann eine Ortschaft mit 3500 Einwohnern versorgt werden. Im Katastrophenfall kann die Anlage Wasserrationen für bis zu 20.000 Menschen produzieren“, berichtete Günther.

Für besondere Verdienste wurden zahlreiche THW-Helfer ausgezeichnet: Unser Foto zeigt von links vorn Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten, der für seinen Einsatz für die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen im Kreis geehrt wurde, Markus Menger, Reinhold Binder, den Rotenburger Ortsbeauftragten Fritz Freund, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Carola Hühn von der THW-Geschäftsstelle Homberg, Hans Hartmann vom Landesverband und oben von links Dieter Fanz, Benjamin Günther, Klaus Furchner, Andreas Scheel, Thomas Wassermann und Karsten Klein.

Für die Bedienung sind vier Helfer nötig. Die Anlage kann deutschlandweit zum Einsatz kommen, unter Umständen auch im Ausland. Acht dieser modernen Geräte sind bei THW-Verbänden in Deutschland flächendeckend verteilt. 750.000 Euro lässt sich der Bund so ein Gerät kosten. Wird die Anlage nicht gerade zur Fortbildung genutzt, steht sie auf Paletten einsatzbereit in der Halle. erläuterte Daniel Jahns vom Rotenburger THW. Durch ein kompliziertes technisches Verfahren werden alle Geschmacks- und Geruchsstoffe, Keime und Viren zu 100 Prozent aus dem Wasser gefiltert. Vorgeschaltet sind Becken, in denen sich Schwebstoffe - zum Beispiel kleine Pflanzenreste - absetzen. „Das ist der Mercedes unter den Aufbereitungsanlagen“, betonte auch Hans Hartmann vom THW-Landesverband bei der Übergabe.

Im Ortsverband Rotenburg ist eine Fachgruppe Trinkwasserversorgung neben dem Technischen Zug als Basiseinheit angesiedelt.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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