Große Emotionen

Kita-Gebühren steigen: Stadtverordnete beschließen Erhöhung

Bebra. Gebührenfrei sollte er eigentlich sein, der Halbtagsplatz im Kindergarten ein Teil des Bildungssystems wie die Schule. Das wünschten sich während der Bebraer Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend Gerhard Schneider-Rose (SPD) und Volkmar Hanf (Gemeinsam für Bebra/GfB).

Der letztere in einer sehr emotionalen und für ihn ungewöhnlich lauten Rede. Weil aber das Land nicht für die Kitas zahlt wie für die Schulen, wurden nach zwölf Jahren der Stabilität nun die Gebühren erhöht.

Dabei kam die ganz große Mehrheit von CDU, SPD und GfB trotz vorheriger intensiver Gespräche zwar nicht zustande. Die GfB stimmte am Ende aber nicht gegen einen Änderungsantrag, den in erster Linie Schneider-Rose ausgearbeitet hatte, sondern enthielt sich. Gegenstimmen gab es nicht. Alle anderen hatten zuvor den GfB-Antrag abgelehnt, die Gebühr für Kinder ab drei Jahren für halbe Tage wie bisher bei 82 Euro zu belassen. Stattdessen müssen die Eltern nun 88 Euro zahlen.

Schneider-Rose hatte vorgerechnet, dass in den vergangenen zwölf Jahren auch die Lebenshaltungskosten um 20 Prozent und die Tariflöhne im öffentlichen Dienst um 25 Prozent gestiegen seien und damals die Betreuung von unter Dreijährigen noch kaum verbreitet war.

Wie Schneider-Rose sprach auch Thorsten Strippel, neuer CDU-Fraktionsvorsitzender, von einer moderaten Erhöhung. Bebra bleibe weiterhin familienfreundlich. Volkmar Hanf lehnte die Erhöhung aus grundsätzlichen Erwägungen ab und wollte wenigstens die Gebühren am Vormittag einfrieren. Familienfreundlichkeit definiere sich nicht nur über die Gebühr, meinte Bernd Holzhauer (SPD). Klaus Reifschneider wies darauf hin, dass die Stadt nicht viele Stellschrauben neben der Grundsteuer habe, und auch hier würden Familien getroffen. Die "schmerzhafte Anpassung der Gebühren" habe mit der Haushaltskonsolidierung nichts zu tun, sagte Christina Kindler (SPD).

Quelle: HNA

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